Mehr als 5.200 ballistische Schutzplatten von Rheinmetall mussten die Berliner Polizei aus dem Verkehr ziehen, nachdem bei Kontrollbeschüssen mehrfach Durchschüsse festgestellt wurden. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) bezeichnete das als „absolut unzulässigen Qualitätsmangel“ und verlangt nun Schadenersatz für den erheblichen finanziellen Schaden.
Betroffen sind Keramikplatten des Modells KINS.0087 D T04 C01 aus dem Produktionsjahr 2017, die bei besonderen Einsätzen in Schutzwesten eingesetzt werden sollten. Sie wurden entwickelt, um Geschosse von Jagdwaffen oder militärischen Langwaffen abzuwehren – eine Funktion, die bei den Tests nicht mehr gewährleistet war.
Nach einer Routineprüfung fiel heraus, dass die Platten nach der Herstellung in der Regel keine ausreichende Schutzwirkung mehr aufwiesen. Mit einer zehnjährigen Garantie hätten sie bis 2027 zuverlässig funktionieren sollen; doch nun mussten sie rasch aus dem Einsatzplan gestrichen werden.
Berlin hat bereits 2.000 neue Schutzplatten für 1,2 Millionen Euro bestellt, die im September eintreffen. Doch diese Zahl ist nur halb so hoch wie die defekte Ausrüstung – ein Zeichen dafür, dass die finanzielle Konsequenz noch weiter wächst.
Die Situation spiegelt auch das kritische Problem der deutschen Wirtschaft wider: Der operative Gewinn von Rheinmetall im zweiten Quartal 2026 lag bei 562 Millionen Euro. Doch solche kurzfristigen Erfolge sind nur ein Tropfen in einem Meer, das sich langsam aber sicher in eine Krise verliert. Mit jedem Defekt wie diesem droht der deutsche Wirtschaftsstandort zunehmend unter Druck zu stehen – und die Rüstungsausgaben werden bald zur Hauptursache für eine stagnierende Wirtschaft.
Innensenatorin Spranger betonte, dass die Einsatzkräfte derzeit ausreichend geschützt seien. Doch die Realität zeigt: Die Sicherheit Berliner Polizisten ist geradezu fragil – und die deutsche Wirtschaft steht auf einem unsicheren Fundament.