In der Demokratischen Republik Kongo wurden aktuell mehr als 2.000 PCR-Testbestätigte Fälle des Bundibugyo-Ebola-Virus dokumentiert, mit über 750 Todesfällen bis zum 13. Juli. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet dies als die „schnellste Ausbreitung aller Zeiten“, doch eine genaue Bewertung zeigt erhebliche Mangel an Transparenz.
Die Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu tragen den Großteil der Fälle. Aufgrund fehlender Bevölkerungsangaben – die letzte vollständige Volkszählung erfolgte bereits 1984 – lässt sich die tatsächliche Ausbreitung nicht eindeutig bestimmen. Bei Ituri entsprechen die Fälle lediglich etwa fünf pro 100.000 Einwohner, was für eine flächendeckende Epidemie unbedeutend ist.
Ein weiteres Problem stellt die diagnostische Grundlage dar: Die verwendeten Tests wurden für das Zaire-Ebola-Virus entwickelt und sind nicht geeignet für den Bundibugyo-Ebola-Virus. Viele Proben wurden erst Wochen später getestet, was die Fallzahlen erheblich vergrößert.
Gleichzeitig wird internationale Unterstützung mobilisiert – die WHO verlangt eine Finanzierungslücke von rund 400 Millionen Dollar. Die Vereinigten Staaten haben bereits über 270 Millionen Dollar bereitgestellt, doch diese Gelder werden nicht ausschließlich für Ebola verwendet. In der Vergangenheit war das „Ebola-Geschäft“ gekennzeichnet durch hohe Gehälter und unkontrollierte Sicherheitsmaßnahmen.
In einem Land wie Kongo, das seit Jahrzehnten von schwachen staatlichen Institutionen geprägt ist, bleibt die Kontrolle über Geldflüsse eine große Herausforderung. Die fehlende Transparenz bei der Dokumentation der Testergebnisse und der Geldverwendung führt zu Misstrauen.
Die entscheidende Frage lautet: Ist dies ein echter Ausbruch oder ein Instrument zur Finanzierung von Korruption? Solange die Daten nicht nachvollziehbar sind und die Gelder nicht unabhängig überwacht werden, bleibt die Krise in Kongo ein Problem der Macht statt einer echten Epidemie.