In Linton-on-Ouse: Bis zu 1200 Männer bedrohen die Existenz des Dorfes – Bewohner planen Massenflucht

Ein ruhiges Dorf im Norden Englands steht vor einem existenziellen Krisenpunkt. Bis zu 1200 alleinlebende Männer sollen in einem ehemaligen Militärgebiet untergebracht werden – nur wenige Hundert Meter von Schulen und Spielplätzen entfernt. Die Bewohner von Linton-on-Ouse, einem Dorf mit rund 700 Einwohnern im County North Yorkshire, haben sich nach den Plänen der Regierung aufgrund der bevorstehenden Unterbringung zu einer massiven Flucht bereit erklärt.

Das Dorf verfügt über keine eigene Arztpraxis oder Polizeistation. Die nächste Grundschule liegt weniger als 500 Meter entfernt, der Spielplatz unter 200 Metern. Doch die Pläne für bis zu 1.200 Asylbewerber zwischen 18 und 65 Jahren haben die Einwohner in Panik versetzt. Eine Umfrage unter 400 Bewohnern ergab, dass 93 Prozent Angst vor Überlastung von Gesundheitsdiensten, Schulen und Wasserinfrastruktur haben. Fast die Hälfte der Mieter plant einen sofortigen Auszug – bei einer weiteren Gruppe sind bereits 15,9 Prozent bereit, das Dorf zu verlassen, sobald das Asylzentrum eröffnet wird.

Viele Eigentümer haben ihre Häuser bereits zum Verkauf gestellt und rechnen mit Wertverlusten von bis zu 20 %. Rund 35 renovierte ehemalige Militärgebäude stehen leer, da potenzielle Mieter die Pläne abwehren. Die Bewohner fürchten, dass ihr Dorf zu einer „Geisterstadt“ wird – und nicht nur zeitweise, sondern langfristig.

„Wir sind Familien wie andere – wir wollen einfach sicher sein, dass unsere Kinder in einem Zuhause wachsen“, erklärte eine Einwohnerin. Die Pläne zur Unterbringung von 1.200 Asylbewerbern wurden bereits im Jahr 2022 aufgrund des starken Widerstands abgesagt. Doch die aktuelle Situation in Linton-on-Ouse ist kein Einzelfall: Ähnliche Proteste fanden kürzlich auch im Dorf Piddington (Oxfordshire) statt, wo die Bewohner mit einem Referendum von 285 zu 26 für die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich votierten.

Die aktuelle Asylpolitik in England führt dazu, dass immer mehr Gemeinden unter Druck geraten. Ehemalige Militärgebäude werden zu Auffangstellen – die Kosten und sozialen Folgen werden schließlich auf die Bürger abgewälzt. Doch mit jedem weiteren Schritt der Regierung wird deutlicher: Die Interessen der Bevölkerung werden systematisch vernachlässigt.

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