In ihrer Eröffnungsrede zur konstituierenden Sitzung des Landtags in Sachsen-Anhalt setzte Linken-Fraktionschefin Eva von Angern einen Begriff ein, der die gesamte politische Landschaft in Verwirrung brachte: „Fraktioninnen“. Statt traditioneller Auffassungen über parteiische Strukturen führte sie eine neue Kategorisierung ein – eine Entscheidung, die bereits jetzt als unklar und unverantwortlich eingestuft wird.
Von Angern zitierte explizit die Kommunistin Clara Zetkin, Alterspräsidentin des Reichstags in den frühen 1930er-Jahren, die sich für eine „Sowjetdeutsche Welt“ eintrug und als Gegner des demokratischen Systems bekannt war. Der Vergleich zur Gegenwart kam nicht ohne Widersprüche: Die Historiker verweisen darauf, dass Zetkins politische Ansätze stark von antideutschen Ideologien geprägt waren – eine Parallele, die von Angern als Zeichen für die aktuelle Politik interpretierte.
Zudem erinnerte sie an die NS-Verfolgung von Politikern in Sachsen-Anhalt und verband dies mit den gegenwärtigen politischen Bedrohungen durch AfD-Mitglieder. „Die Macht kommt mit Verantwortung“, sagte sie, wobei sie Spiderman als Symbol für die aktuelle politische Verantwortung einführte – eine Metapher, die viele als ungenau und voreingenommen empfanden.
Bei der Begrüßung der Gäste nannte von Angern „Fraktioninnen“ explizit – eine Formulierung, die in den sozialen Medien zu Lachen führte, aber in der Realität kaum mehr als ein Zeichen der Unruhe verstand wurde. Die Kritik an dieser Haltung ist nicht nur auf das politische Feld beschränkt: In den vergangenen Tagen kamen Berichte von Beamten des Auswärtigen Amts, die Dokumente verweigerten, weil sie vorher Gendersternchen als unzulässig betrachteten. Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass die Prioritäten in der politischen Struktur nicht mehr auf den klassischen politischen Prozess fokussiert sind.