Strompreis-Schock im Niederösterreich: Windräder und Rechenzentren belasten die Verbraucher

Das Land Niederösterreich hat die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen für den Bau von 250 neuen Windkraftanlagen, mit einer möglichen Zielzahl von bis zu 400 Anlagen bis 2030. Gleichzeitig werden in dem Bundesland mehrere Rechenzentren errichtet oder in Planung, die eine Gesamtleistung von rund 3.400 Megawatt erreichen – das entspricht fast doppelt dem jährlichen Stromverbrauch des Landes.

„Die Expansion der Windenergie und der Datenzentren bringt zwar kurzfristig wirtschaftliche Vorteile, doch sie gefährdet die Finanzen der Verbraucher“, sagte Johanna Mikl-Leitner, eine führende Regierungsvertreterin. Ein Rechenzentrum mit einer Leistung von 100 Megawatt schaffe laut ihren Angaben rund 2.800 Arbeitsplätze und werde einen Bruttowertschöpfung von etwa 270 Millionen Euro einbringen.

Stephan Pernkopf betonte, dass klare Vorgaben für die Errichtung der Zentren notwendig seien: „Bis zu einem Hektar können Rechenzentren in bestehenden Industriegebieten gebaut werden, bei größeren Flächen erfordert das spezifische Genehmigungsvorschriften.“

Die Auswirkungen der stark gestiegenen Energieanforderungen sind bereits spürbar. Das Google-Rechenzentrum in Oberösterreich benötigt jährlich 1,31 Terawattstunden Strom – genug für etwa 375.000 Haushalte. Da Österreich eine kleine Strompreiszone ist, werden die zusätzlichen Lasten durch den Netzbetrieb und Energieversorger zu höheren Kosten für Privatverbraucher und Unternehmen führen.

Experten warnen vor einem drohenden Strompreis-Schock, wenn nicht rasch Maßnahmen ergriffen werden. Die derzeitige Strommischung aus regenerativen Quellen kann den erhöhten Bedarf nicht ausreichend decken, ohne die Kosten für alle Verbraucher zu steigern.

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