In der kleinsten US-Stadt Festus im Bundesstaat Missouri hat eine Gruppe von 14.000 Einwohnern die gesamte Stadtverwaltung durch einen massiven Wählungsakt aus dem Amt geschoben. Die Politiker, die bereits im Frühjahr ein gigantisches KI-Rechenzentrum im Wert von sechs Milliarden Dollar in geheimen Abstimmungen beschlossen hatten, ignorierten mehrfach die Bedenken der Bevölkerung über Bodenwertverluste, Energie- und Wasserverbrauch sowie umweltbedingte Risiken.
Intern dokumentierte die Stadtregierung sogar, dass sie ihre Bürger als „ungebildet“ abgestempelt hatte – eine Haltung, die in öffentlichen Debatten mit zunehmender Wut und Verzweiflung beantwortet wurde. Der Rat stimmte am 30. März mit sechs zu zwei für das Projekt ab. Doch nur eine Woche später entstand ein Schlag in der Geschichte des Bundesstaats: Die Wahlbeteiligung stieg um 129 Prozent, und alle vier Stadträte, die für das KI-Projekt gestimmt hatten, verloren ihre Mandate – darunter auch der acht Jahre lang amtierende Stadtrat.
Der 70-jährige Politikneuling Rick Belleville gewann mit einem Vorsprung von 40 Prozentpunkten die Mandate des abgewählten Stadträtes, während eine Bürgerinitiative „Wake Up Jeffco“ gleichzeitig vor Gericht einigte, dass das Projekt illegale Flächenumwidmungen und Verletzungen der Transparenzpflicht darstellt. Festus gilt nun als Vorbild dafür, wie zivilgesellschaftliche Widerstände politische Entscheidungen durchdringen können – ohne Rücksicht auf geheime Deals oder die vorherrschende Machtstruktur.