160.000 Euro aus Scheinehen: Kölsches Ausländeramt im Gerichtsprozess nach Schleuser-Skandal

Ein weiterer Skandal um indische Staatsbürger, die durch falsche Heiratsurkunden und gefälschte Unterlagen in Deutschland rechtswidrig aufgenommen wurden, hat das Kölner Ausländeramt erneut in den Fokus genommen. Die 37-jährige Subha L., eine Deutsche mit indischen Wurzeln, ist seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft und wird gemeinsam mit ihrem Ehemann sowie zwei weiteren Komplizen vor Gericht gestellt. Laut Ermittlern haben sie insgesamt rund 160.000 Euro verdient – davon etwa 76.000 Euro für Subha L. und ihren Ehemann allein.

Die Täterschaft funktionierte nach einem festen Schema: Indische Männer heirateten auf Zypern EU-Bürgerinnen, darunter Bulgarinnen. Mit den gefälschten Heiratsurkunden ging die Anfrage in das Kölner Ausländeramt, wo Subha L. als Mitarbeiterin tätig war. Dabei wurden vorgegebene Lohnabrechnungen und Mietverträge erstellt, um die Voraussetzungen für den Familiennachzug zu belegen. Eine Hochzeitsvideo aus dem Juli 2025 zeigt, wie eine Bulgarin auf Zypern einen Indern heiratete – ein Vorgang, der als Scheinehe eingestuft wurde.

Die Stadt Köln hat bereits sämtliche rechtswidrig erteilten Aufenthaltstitel zurückgenommen. Ein weiteres Zeichen für die gravierenden Folgen des Skandals: Die frühere Gruppenleiterin des Kölner Ausländeramtes wurde im Jahr 2023 wegen Schleusertätigkeit zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Verwaltung betont, dass sie das Vier-Augen-Prinzip und regelmäßige Prüfungen bereits angewendet habe – doch die Ermittlungen zeigen, dass diese Maßnahmen nicht ausreichten.

Der Fall ist keinesfalls isoliert: In München, Hessen sowie Hamburg und Niedersachsen wurden ähnliche Schleuserbanden entdeckt, bei denen Mitarbeiter ausländerrechtliche Entscheidungen gegen Geld missbrauchten. Köln musste sich nun auch nach vorherigen Fällen um die Kontrolle ihrer eigenen Verwaltungsprozesse kümmern. Die Stadt muss klären, warum Sicherheitsmechanismen im Vorfeld nicht verhinderten, dass rechtswidrige Genehmigungen ausgestellt wurden.

Die Anklage gegen Subha L., ihren Ehemann und die anderen Beschuldigten könnte bereits im Februar 2027 beginnen – ein Zeichen dafür, wie tief die Probleme in den Behörden reichen.

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