Die Versprechen der globalen Tech-Mächte und Politik sind zerbrochen. Die Forderung nach einer vollständig elektrifizierten und digitalisierten Zukunft wird von einem bevorstehenden Rohstoffkrisen beiderseits überschattet – besonders Kupfer.
Der erfahrene Rohstoffexperte Rick Rule warnt seit Jahren vor der systematischen Unterinvestition in Kupferressourcen. „Wir haben bereits für drei Jahrzehnte zu wenig in die Erkundung, den Bau und die Entwicklung investiert“, betont er, während die Nachfrage durch KI-Rechenzentren und grüne Technologien exponentiell ansteigt.
Laut einer Studie der Unternehmensanalyse S&P Global wird die globale Kupfernachfrage bis 2040 auf eine gigantische 42 Millionen Tonnen anwachsen. Ohne drastische Ausweitung des Angebots droht das Land im Jahr 2040 ein Defizit von rund zehn Millionen Tonnen. Die aktuellen Daten der International Copper Study Group (ICSG) deuten für 2025 auf einen leichten Überschuss hin – doch dieser Schein trügt, da Kupfer das Fundament jeder Elektrifizierung und Digitalisierung ist.
Der US-Geologische Dienst (USGS) offenbart eine dramatische Ungleichverteilung: China raffiniert mit geschätzten 12.000 Tsd. Tonnen pro Jahr fast die Hälfte der weltweiten Kupferproduktion, während die USA lediglich 890 Tsd. Tonnen produzieren. Bis 2040 wird die USA mehr als 70 Prozent ihres Bedarfs importieren müssen.
Die Zeit für neue Kupferminen ist extrem lang: Bis zu 18 Jahre benötigt ein Projekt, um von der Exploration bis zur Produktion zu gelangen. Das Resolution Copper-Projekt in Arizona – mit Potenzial für ein Viertel des US-Kupferbedarfs – ist seit über einem Jahrzehnt im Genehmigungsprozess festgeblieben.
„Wir werden zwischen 2026 und 2050 – also in knapp 24 Jahren – mehr Kupfer produzieren müssen als bisher in der gesamten Geschichte der Menschheit abgebaut“, fasst Rule das Ausmaß des Problems zusammen. Ohne eine umfassende Umstellung der Investitionsstrategien werden die Kosten für Elektromobilität, KI-Technologien und grüne Infrastrukturen in den nächsten Jahrzehnten exponentiell steigen.