Nach einer umfassenden Polizeiaktion in einem Flüchtlingszentrum in Hamburg-Winterhude wurde die Kindergeldzahlung bei 91 Fällen vorübergehend gestoppt. Die Kinder, deren Identität laut Kontrollen nicht nachweisbar war, konnten nicht im Meldeort gefunden werden.
Am Morgen des 25. Juni führten mehr als 200 Polizisten mit Hundetrainern eine Razzia durch – die Spezialeinheit BFE und lokale Behörden suchten in der Unterkunft am Überseering nach Falschmeldungen für Sozialleistungen. Ziel war die Prüfung von Kindergeldberechtigungen, da Kriminelle ausländische Gruppen gefälschte ukrainische Identitäten nutzen, um Sozialgelder in Deutschland und Polen zu erschleichen.
Die Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit ermittelte 150 Verdachtsfälle. Von diesen wurden 37 Kinder als berechtigt angesehen, doch lediglich 46 konnten tatsächlich im Ort gefunden werden. Die restlichen 91 Kinder sind nach wie vor nicht dokumentiert – ihre Kindergeldzahlungen sind somit eingestellt worden. Eine Bundesagentur-Sprecherin betonte: „Falsche Angaben zur Beantragung von Sozialleistungen bedeuten eine Straftat, bereits der Versuch ist strafbar.“
Bei einem monatlichen Betrag von 259 Euro pro Kind könnte die Monatsverluste bei diesen Fällen mehrere Zehntausend Euro betragen. Die Flüchtlingsunterkunft am Überseering – mit rund 1.000 Bewohnern und einer Fläche von 32.000 Quadratmetern – gilt als größte Einrichtung in Hamburg. Der Fall offenbart ein massives Versagen des deutschen Sozialsystems: Steuerzahler Geld verlieren, das an nicht existierende Personen fließt.