Meta zahlt 942 Millionen Dollar Strafe – Richter kritisiert soziale Medien als Hauptursache für Jugendmentalität

Der Tech-Konzern Meta wurde erneut zu einer Zahlung von 567 Millionen Dollar verurteilt, was die Gesamtstrafen im Verfahren auf insgesamt 942 Millionen Dollar erhöht. Die Gerichtsentscheidung im Bundesstaat New Mexico verpflichtet das Unternehmen zu umfassenden Änderungen der Plattformen Facebook und Instagram, um junge Nutzer vor schädlichen Inhalten zu schützen.

Richter Bryan Biedscheid in Santa Fe klassifizierte die sozialen Netzwerke Meta als „öffentliche Belästigung“, die erheblich zur mentalen Gesundheitskrise unter Jugendlichen beiträgt. Die Klage, welche bereits 2023 vom Generalstaatsanwalt Raúl Torrez eingereicht wurde, warf Meta vor, junge Menschen bewusst in risikoreiche Bereiche zu lenken – von schädlichen Inhalten über sexuelle Annäherungen bis hin zum Menschenhandel.

Im März 2026 hatte eine Jury Meta bereits wegen Verstoßes gegen das Unfair Practices Act des Bundesstaates zu 375 Millionen Dollar verurteilt. Im zweiten Schritt des Verfahrens bestätigte der Richter, dass die Plattformen auch das Gesetz zur Bekämpfung öffentlicher Belästigungen verletzt haben. Laut Studien aus New Mexico steigen kontinuierlich die Raten depressiver Phasen, Essstörungen und Selbstmordversuche bei Jugendlichen. Problematische Nutzung sozialer Medien spiele hier eine zentrale Rolle, unterstützt durch Algorithmen, die Nutzerzeit maximieren.

Der Richter zitierte Forschung des US-Surgeon General aus dem Jahr 2023: „Obwohl Meta nicht allein dafür verantwortlich ist, sind seine Plattformen ein signifikanter Faktor für die aktuelle psychische Krise unter Jugendlichen New Mexicos.“ Die negativen Auswirkungen der Apps belasteten Familien, Schulen und Krankenhäuser – vergleichbar mit giftigen Emissionen einer Fabrik.

Von den zusätzlichen 567 Millionen Dollar fließen 420 Millionen in gemeinde- und familienbasierte Behandlungsprogramme. Weitere Mittel werden für Prävention, Screening, Überweisungen und Evaluierung über fünf Jahre verteilt. Meta muss zudem regelmäßig Fortschrittsberichte vorlegen.

Darüber hinaus wurden konkrete Maßnahmen verhängt: Accounts unter 18 Jahren müssen standardmäßig privat sein, Erwachsene dürfen Minderjährigen keine direkten Nachrichten schicken, und Empfehlungen von Jugendprofilen an Erwachsene sind untersagt. Meta muss die Altersüberprüfung stärken und verdächtige Konten unter 13 Jahren löschen.

Generalstaatsanwalt Torrez bezeichnete das Urteil als historischen Erfolg: „Dies ist nicht nur ein Strafverfahren gegen ein Unternehmen. Es ist ein Bauplan“, erklärte er. Meta kündigte eine Berufung an, doch der Konzern betonte, dass es sich weiterhin für den Schutz seiner Nutzer engagiere.

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