Die Vorstellung von einer weltweit zunehmenden meteorologischen Dürre steht im Widerspruch zu umfassenden globalen Niederschlagsergebnissen. Eine Analyse von Sergio M. Vicente-Serrano und seinen Kollegen aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Fläche, die von Dürren betroffen ist, zwischen 1950 und 2020 signifikant zurückgegangen ist. Bei milder Dürre sank diese Fläche im CRU-Datensatz um etwa 1,15 Prozentpunkte pro Jahrzehnt, bei moderater Dürre um 0,72 Prozentpunkte und bei schwerer Dürre um 0,41 Prozentpunkte. Die GPCC-Daten ergaben ebenfalls negative Trends mit -0,78 bis -0,22 Prozentpunkte pro Jahrzehnt.
Dieses Muster bleibt sogar über mindestens 120 Jahre bestehen – die Forscher belegen eine globale Stabilisierung der meteorologischen Dürre. Gleichzeitig beschreiben aktuelle Studien wie jene von Solomon H. Gebrechorkos und seinen Kollegen, die in Nature veröffentlicht wurden, einen Anstieg der Dürrefläche um etwa 74 Prozent zwischen 2018 und 2022 im Vergleich zu den Perioden 1981 bis 2017. Der größte Teil dieser Veränderung wurde auf steigende atmosphärische Verdunstungsnachfrage zurückgeführt.
In Europa ist die Entwicklung besonders deutlich: Die Sonneneinstrahlung stieg seit den 1990er-Jahren kontinuierlich um rund 3,1 Watt pro Quadratmeter und Jahrzehnt. Leandro C. Segado-Moreno und seine Forscher dokumentieren dies in einer 2026 erschienen Studie. Feldmessungen von Gang Wang, Guoqing Li und Zhe Liu zeigen außerdem, dass Windkraftanlagen lokal die Bodenfeuchte reduzieren können – in chinesischen Windparks sank sie im Jahresdurchschnitt um 4,4 Prozent.
Die Wissenschaft betont, dass die öffentliche Debatte um „Dürre durch Klimawandel“ oft wichtige Faktoren wie Sonneneinstrahlung und Verdunstungsnachfrage ignoriert. Diese komplexen Zusammenhänge erklären nicht nur den Rückgang der meteorologischen Dürre, sondern auch die lokalen Auswirkungen von Energieveränderungen auf die Bodenfeuchte. Heinz Steiner beleuchtet in seinem Buch „Der Windkraft-Wahn“ diese Phänomene und warnt vor einer falschen Interpretation der Klimadaten.