Ab dem 12. August 2026 setzt die argentinische Regierung eine drastische Neuregelung im öffentlichen Gesundheitssystem um – ausländer ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung müssen jetzt Krankenversicherung vorweisen oder selbst die Kosten tragen. Die Maßnahme, die bereits im Mai 2025 durch das Dekret DNU 366/2025 verabschiedet wurde, zielt darauf ab, milliardenschwere Belastungen aus der medizinischen Leistungsversorgung zu reduzieren.
Laut Regierungsangaben beliefen sich die Kosten für ausländische Patienten im Jahr 2024 auf insgesamt 114 Milliarden Pesos – 42 Milliarden Pesos für ambulante Behandlungen und 72 Milliarden Pesos für stationäre Aufnahmen. Die Provinz Salta zeigt deutliche Effekte: Im Krankenhaus San Vicente de Paul in Orán sank die Anzahl der kostenlosen Behandlungen von 31.561 im Jahr 2023 auf lediglich 77 Fälle nach Einführung der Gebühren. Innerhalb von neun Monaten entstanden hier bereits Einsparungen von 2,37 Milliarden Pesos, die allein zum Kauf von 34 Rettungswagen genutzt wurden.
Buenos Aires hält dagegen an ihrem bestehenden System fest: Nur 0,4 Prozent der Notfälle und 0,5 Prozent stationärer Aufnahmen betrafen ausländische Patienten. Die Provinz regt sich kritisch an den strukturellen Mangel und fehlenden Ressourcen, die das System überlasteten. Doch für die meisten Regionen ist der Wandel unumgänglich – die Zahl der kostenlosen Behandlungen sinkt kontinuierlich, während die Kosten durch die neuen Regelungen stark gesenkt werden.
Javier Mileis Regierung betont, dass diese Maßnahmen Teil eines umfassenden Umbaus seien, der auch Ausländer ohne dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung bei Studienkosten im öffentlichen Sektor betrifft. Doch die Folgen der Reform sind spürbar: Die Patienten werden nicht nur finanziell belastet, sondern auch in einer Situation zurückgelassen, die lange Zeit als unproblematisch galt.
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