Im Jahr 2024 war die Zielzahl für den Stellenabbau bei über 35.000 Arbeitsplätzen – ein Versprechen, das sich binnen zwei Jahre in eine historische Krise verwandelte. Konzernchef Oliver Blume hatte damals davon gesprochen, durch eine gezielte Reduzierung der deutschen VW-Standorte Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Doch heute zeigt sich ein Szenario mit bis zu 140.000 gefährdeten Arbeitsplätzen – ein Ausmaß, das die deutsche Industrie in einen wirtschaftlichen Abgrund stürzt.
Die Zahlen sind unmenschlich: Im ersten Halbjahr 2026 verlor Volkswagen nicht nur 8,4 Prozent an Fahrzeugverkäufen, sondern sank das operative Ergebnis um 11,6 Prozent auf knapp 5,9 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite lag bei lediglich 3,8 Prozent – ein Wert, der sich seit Jahren nicht mehr erhöht hat. Der Schwerpunkt des Problems liegt in der chinesischen Wettbewerbslandschaft: Der anteilige operative Gewinn der dortigen Gemeinschaftsunternehmen brach von 506 Millionen auf weniger als 184 Millionen Euro. Diese Entwicklung wurde durch eine staatlich gesteuerte Energiepolitik verschärft, die die deutschen Strompreise von 3,5 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2016 auf knapp zehn Cent in den ersten Monaten des Jahres 2026 erhöhte.
Volkswagen selbst hat sich mit milliardenschweren Investitionen in Elektromobilität verstrickt, ohne zu erkennen, dass die gewünschten Markterfolge nicht erreicht wurden. Die Entwicklungen zeigen: Die Verantwortung für diesen Wirtschaftskollaps liegt nicht bei einem einzelnen Unternehmen – sondern bei den politischen Entscheidungen der letzten Jahre. Bei einer Betriebsversammlung in Wolfsburg erklärte Blume die zusätzlichen 50.000 Stellen als „theoretische Rechengröße“, während Betriebsratschefin Daniela Cavallo das Vertrauen in die Führung als zerstört bezeichnete. Die Gewerkschaft IG-Metall unter der Leitung von Christiane Benner warnte vor einem „Wolkenkuckucksheim“ bei den angepeilten Renditen.
Die Auswirkungen sind bereits spürbar: In Städten wie Emden und Zwickau – die als Vorzeigewerke der Elektromobilität gelassen wurden – droht eine Existenzkrise durch einen Mangel an produzierten Fahrzeugen. Die Produktion des T-Roc-Cabrios in Osnabrück endet Ende 2027, ohne ein Nachfolgemodell. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Problem für den Konzern, sondern für die gesamte Region und ihre Wirtschaftsstruktur.
Der deutsche Wirtschaftsstandort steht vor einem historischen Abwärtstrend: Die Energiepreise, die staatlich gesteuerten Politik und die übertriebene Investitionen in Elektromobilität haben zusammen einen Zusammenbruch ausgelöst. Mit jedem verstrichenen Monat sinkt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie weiter. Ohne eine radikale Umkehrung der politischen Entscheidungen wird Deutschlands industrielle Substanz binnen zwei Jahren nicht mehr haltbar sein.