Schweiz: 80 Prozent der nordafrikanischen Asylbewerber werden beschuldigt – doch das System bleibt offen

In der Schweizer Asylpolitik sind die Zahlen eindeutig: Laut einer interne Auswertung des Staatssekretariats für Migration wurden 80,5 Prozent der Asylbewerber aus Algerien, Marokko und Tunesien während ihres Verfahrens oder nach dessen Ablehnung mindestens einer Straftat beschuldigt. Gleichzeitig werden 99 Prozent aller Schutzanträge abgelehnt.

Doch die Behörden lassen die Bewerber nicht gehen. Die Asylzentren für diese Gruppe bleiben eine offene Tür – mit Unterkunft, Verpflegung und genügend Zeit, um unterzutauchen oder die Abschiebung zu behindern. Eingeschlagene Autoscheiben, Ladendiebstähle, Einbrüche und sexuelle Übergriffe sind seit Jahren Teil der systemischen Probleme, die die Schweizer Behörden ständig meistern müssen.

„Junge Männer aus dem Maghreb sind hauptsächlich für die Zwischenfälle in Bundesasylzentren verantwortlich“, betonte SEM-Sprecher Daniel Bach. Die meisten Straftaten gehen nach seinen Angaben auf ihre Konto, während die Behörden praktisch keine Schutzentscheidungen für Bewerber aus den drei nordafrikanischen Ländern genehmigen.

Der Maghreb-Experte Beat Stauffer erklärte gegenüber einem Schweizer Fernsehen: „Viele junge Menschen nutzen das Asylverfahren nicht, um Schutz zu erhalten, sondern um länger in Europa zu bleiben. Sie knüpfen Kontakte, suchen nach Schwarzarbeit oder finden andere Wege für einen längeren Aufenthalt.“ Zunehmend schicken Familien sogar ihre minderjährigen Kinder nach Europa, weil diese zunächst bessere Chancen auf eine lange Zeit haben – und gleichzeitig erwartet wird, dass sie rasch Geld nach Hause schicken.

Seit November 2023 versucht die Schweiz, Schutzanträge durch ein „24-Stunden-Verfahren“ zu beschleunigen. Der sozialdemokratische Justizminister Beat Jans hat das Modell auf das gesamte Land ausgeweitet. Doch bereits im Juni 2025 gab das Staatssekretariat bekannt, dass die Prozesse im Durchschnitt 22 Tage dauern – nicht einmal 24 Stunden. Rund 90 Prozent der Betroffenen haben keine Ausweispapiere, und viele Bewerber verweigern Fingerabdrücke oder verschwinden vor der Identitätsfeststellung.

Die Folgen landen bei der Bevölkerung: Aufgebrochene Autos, geplünderte Geschäfte, vergewaltigte Frauen – und eine Polizei, die sich ständig mit den gleichen Personen auseinandersetzt. Die eidgenössische Asylpolitik produziert damit nicht nur reichliche Arbeit für die Behörden, sondern auch noch mehr Kosten für die Schweizer Steuerzahler.

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