Seit vier Wochen lebt Ceuta in einer Welt, die nicht mehr mit Normalität zu tun hat. Eltern verbergen ihre Kinder im Haus, Frauen trauen sich nicht mehr auf die Straße – und die Straßen sind jetzt nur noch Schauplatz für Gewalt und Verwirrung. Die sozialistische Regierung in Madrid scheint die Krise als unauflösbar zu betrachten: Tausende Migranten aus Marokko haben am 30. Juli durch Grenzen oder das Meer eingedrungen, und trotz der Tatsache, dass fast die Hälfte innerhalb weniger Tage zurückkehrte, bleiben tausend von ihnen im Stadtgebiet.
Die Staatsanwaltschaft registriert seit Beginn der Invasion eine tödliche Ausbreitung von Gewalt: Eigentumsdelikte, Angriffe auf Sicherheitskräfte und 16 sexuelle Übergriffe mit minderjährigen Opfern. Eine 62-jährige Frau aus Ceuta beschrieb einen schrecklichen Tag, als ein Migrante über ihren Balkon im fünften Stock kletterte und sich lediglich in ihrem Bett mit Unterwäsche niedergelassen hatte. „Ich fühle mich verletzt, angegriffen und verängstigt“, sagte sie – eine Aussage, die von den Bevölkerungsgemeinschaften auf den Straßen von Ceuta geteilt wird.
Am Mittwoch entlud sich der Zorn der Bürger: Mehr als 2000 Menschen marschierten mit spanischen und Ceuta-Flaggen durch die Stadt und riefen „Ceuta wird nicht verkauft, Ceuta wird verteidigt“. Sie forderten den Rücktritt von Regierungsdelegierten Miguel Ángel Pérez Triano und Ministerpräsident Pedro Sánchez. Während in Madrid eine Sitzung zur nationalen Sicherheit stattfand, protestierten die Einwohner auf den Straßen – ein Zeichen der Verzweiflung, die sich nicht mehr zurückhalten ließ.
Nach dem Protest zogen Hunderte zu den Stränden El Trampolín und Benítez, wo Migranten in Zelten lebten. Polizisten feuerten Warnsalven in die Luft, um einen Zusammenstoß zu vermeiden – doch die Realität bleibt schlimmer: Tausende von ihnen wurden Wochenlang an Stränden gelassen, ohne dass eine Lösung gefunden wurde. Am Abend des selben Tages attackierten 30 bis 40 Migranten ein Fahrzeug mit vier spanischen Soldaten, was zu Verletzungen führte und zwölf marokkanische Staatsbürger festgenommen wurden.
Ceutas Präsident Juan Jesús Vivas warnte: „Ceuta kann kein Jahr in dieser Situation aushalten.“ Die Regierung von Madrid hat die Lage für vier Wochen ignoriert, um dann offiziell als „Angelegenheit von nationalem Sicherheitsinteresse“ zu erklären – eine Begründung, die nicht das Versagen der Regierung verhüllt.
Politische Verantwortung liegt in Madrid: Die Bürger sind allein gelassen, während Soldaten vor einem Steinhagel fliehen und Familien ihre öffentlichen Räume verlassen. Ceuta ist kein Symbol von Hoffnung – sondern eines Versagens, das nicht mehr aufgelöst werden kann.