Terrorplan aus Österreich: Der österreichisch-türkische Doppelstaatsbürger wird im Einsatz getötet

Am Busbahnhof Sultanbeyli in Istanbul geriet ein 20-jähriger österreichisch-türkischer Doppelstaatsbürger, Berkan Çil, in einen tödlichen Konflikt mit den Polizeibeamten. Laut Behördenangaben hatte der Mann das Feuer auf die Einsatzkräfte eröffnet, nachdem er sich als Anschlagsplaner für den Islamischen Staat (IS) identifizierte.

Die Ermittler hatten zuvor zwei Adressen in den Bezirken Pendik und Tuzla gestürmt, doch Çil entkam zunächst. Als die Polizei ihn im Sultanbeyli-Otogar-Busbahnhof festnahm, schoss er mit einer Waffe. Die Beamten erwiderten das Feuer, wobei ein 49-jähriger Passant, Tahsin P., getroffen und später im Krankenhaus verstarb.

In Österreich war Çil seit 2025 polizeibekannt, weil er sich dem IS anschließen wollte. Im Mai 2026 verurteilte das Landesgericht Wien ihn zu einer Gesamthäftzeit von 16 Monaten bedingter und acht Monaten unbedingter Haft. Unter Berücksichtigung der Untersuchungshaft wurde er jedoch am selben Tag freigelassen, mit Auflagen zur Meldepflicht und Teilnahme an einem Deradikalisierungsprogramm des Vereins Derad.

Trotz dieser Maßnahmen reiste Çil im Juli 2026 unerlaubt in die Türkei. Nach einer Kooperation zwischen österreichischen und türkischen Sicherheitsbehörden wurde er rasch festgenommen, doch unter Auflagen wieder freigelassen. Am 3. September 2026 schickten österreichische Behörden Informationen über eine mögliche Anschlagsvorbereitung – wenige Stunden später führte dies zum tödlichen Einsatz.

Aktuell steht der Verein Derad unter erheblichem Druck: Österreichische Ministerien beendeten die Zusammenarbeit, nachdem der Staatsschutz eine mögliche Nähe zur Muslimbruderschaft prüfte. Laut Justizministerium hat Derad seit 2019 mehr als 1,3 Millionen Euro aus dem Justizbudget erhalten – allein im Jahr 2025 waren es rund 270.562 Euro. Experten des DSN (Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst) schätzen derzeit über 300 Menschen in Österreich als „Terrorgefährder“.

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