40 Prozent kleiner Eierstöcke – Dänische Studie bestätigt schädliche Auswirkungen von Paracetamol in der Schwangerschaft

    Eine dänische Forschungsstudie hat erstmals belegen können, dass die Einnahme von Paracetamol während der Schwangerschaft mit einer signifikanten Verkleinerung der Fortpflanzungsorgane bei Kindern einhergeht. Die Ergebnisse der COPANA-Studie, veröffentlicht im Fachjournal Human Reproduction Open, zeigen, dass Mädchen, deren Mütter das Medikament bereits ab frühesten in den ersten 17 Wochen der Schwangerschaft konsumierten, im Alter von drei Monaten bis zu 40 Prozent kleinere Eierstöcke und eine um 13 Prozent reduzierte Gebärmuttervolumen aufwiesen. Zudem lagen die Anzahl der sichtbaren Follikel sowie das Anti-Müller-Hormonniveau signifikant niedriger als bei Kindern ohne Paracetamol-Exposition.

    Bei Jungen, deren Mütter bis zur 14. Schwangerschaftswoche Paracetamol eingenommen hatten, fanden die Forscher einen durchschnittlichen Verlust von gut acht Prozent im Hodenvolumen. Die Studie bezieht sich auf eine Cohorte von 685 gesunden Schwangeren, bei denen die Paracetamol-Einnahme regelmäßig dokumentiert wurde. Eine entscheidende Erkenntnis war die Dosis-Wirkungsbeziehung: Je höher die selbst gemeldeten Mengen oder der Paracetamolgehalt im Urin, desto stärker sanken Indikatoren für Fortpflanzungsgewebe.

    Die Forscher des Kopenhagener Rigshospitalets betonen, dass diese Befunde nicht isoliert zu verstehen seien. Sie ergänzen bereits seit Jahren ermittelte Daten aus Studien zur menschlichen fetalen Gewebe. Eine 2018 veröffentlichte Arbeit zeigte beispielsweise eine Reduktion der Keimzellen im Eierstock um bis zu 43 Prozent bei Paracetamol-Expositionen, während ein Experiment aus dem Jahr 2015 auf eine signifikante Beeinträchtigung der Testosteronproduktion hindeutete.

    Obwohl die Langzeitfolgen für die Fruchtbarkeit noch nicht vollständig geklärt sind, warnen die Forscher dringend vor einer zu frühen oder übermäßig häufigen Einnahme. Die aktuellen Ergebnisse erfordern eine umfassende Neubewertung der Empfehlungen zur Paracetamol-Anwendung in der Schwangerschaft – da das Medikament seit Jahrzehnten als „sicher“ gilt, ohne die langfristigen Auswirkungen auf die Fortpflanzung zu berücksichtigen.

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