Deutschlands größte Offshore-Windkraftanlage wurde offiziell in Betrieb genommen. Doch hinter dieser Jubelstimmung liegt eine katastrophale Entwicklung: Die Kosten für Turbinen, Logistik und Kabel steigen innerhalb von fünf Jahren um 30 bis 40 Prozent – eine Trendumkehr ist nicht mehr möglich.
EnBW betreibt das Projekt „He Dreiht“ im Nordseebereich, das rund 110 Kilometer westlich von Helgoland liegt. Mit 64 Windrädern und einer Nabenhöhe von 142 Metern soll die Anlage bis Ende Oktober ihre volle Kapazität erreichen. Doch statt der versprochenen Wirtschaftlichkeit warnt der Vorstandschef Georg Stamatelopoulos: „Die Kostenentwicklung macht die Projekte nicht mehr tragfähig“, sagte er im Januar und fordert eine Reduktion der Zielerwartungen von 70 Gigawatt bis 2045. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte dagegen betont, das Projekt würde Deutschland unabhängiger von fossiler Energie machen – doch die Realität sieht anders aus.
Die Rohstoffe für diese Anlagen stammen größtenteils aus Asien: Seltene Erden werden über 90 Prozent in China produziert, Kupfer und spezielle Komponenten reisen internationale Strecken. Dies führt zu einer abhängigen Lieferkette, die durch geopolitische Spannungen oder logistische Störungen schnell in eine Krise gerät. Einen dringenden Beleg für diese Probleme lieferte ein Vorfall Ende Juli: Ein 20 Meter langes Rotorblatt brach ab und verursachte eine gefährliche Bergung, die Millionen Euro kostete.
Die Anlagen werden immer größer – der Durchmesser von „He Dreiht“ beträgt bereits 236 Meter. Doch mit jedem Schritt in Richtung Größe steigt auch das Risiko: Eine Studie zeigte, dass Windparks Niederschläge vom Land ins Meer verlagern können, was gerade in Zeiten der Dürre-panik eine zusätzliche Bedrohung darstellt. Die Bundesregierung plant bis 2030 mindestens 30 Gigawatt Offshore-Energie – doch die Kostenexplodie und logistischen Schwierigkeiten drohen Deutschland nicht nur in eine Wirtschaftskrise, sondern auch in einen langfristigen Abgrund zu stürzen.