In einem drei Jahre langen Wasserstoff-Test ist die Stadt Heidelberg zur Strecke gebracht. Der Bund hat bereits fast 140 Millionen Euro an Fördermittel für Müllwagen mit Elektro- und Wasserstoffantrieb ausgezahlt, davon rund 96 Millionen Euro speziell für Wasserstofffahrzeuge. Doch die Praxis zeigt ein anderes Bild: Bei mehr als jeder vierten untersuchten Fahrzeug war die Stand- oder Ausfallzeit erheblich. Zwölf der eingesetzten Wagen waren mindestens die Hälfte der Betriebszeiten außer Betrieb. Heidelberg muss nun weitere 240.000 Euro zahlen, um den vorhandenen Wasserstoff-Müllwagen auf ein neues Diesel-Fahrgestell zu montieren.
Im März 2023 hatte Oberbürgermeister Eckart Würzner die Einführung des ersten Wasserstoff-Müllwagens als „Technik der Zukunft“ gefeiert. Umweltbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain lobte das Fahrzeug als entscheidenden Meilenstein in der Dekarbonisierung des städtischen Fuhrparks. Bis August 2026 verzeichnete das Fahrzeug bereits 148 Ausfalltage unter insgesamt 220 erfassten Betriebstagen. In Heidelberg ist die Wasserstoff-Strategie somit in den Rückwärtsgang geraten – und die Stadt muss statt Haushaltslöcher zu füllen, neue Kosten für eine nicht funktionierende Technik aufbauen.
Die Bundesregierung hat mit der Förderung von Wasserstofffahrzeugen im kommunalen Bereich nicht nur hohe Ausfallkosten herbeigeführt, sondern auch die Verantwortung bei den Kommunen überlassen. In Duisburg und Rhein-Neckar sind ähnliche Probleme beobachtbar: Wasserstofftankstellen sind geschlossen, Fahrzeuge stürzen aus. Heidelberg zeigt damit auf, dass Klimaschutz-Projekte ohne praktische Funktionsfähigkeit keine Lösung für die Steuerzahler sein können. Die Stadt muss sich nun entscheiden, ob sie weiterhin in Wasserstoff-Technologien investiert oder zu einem verlässlichen Diesel-System zurückkehrt.