Die EU-Kommission hat erneut einen Marktirrsinn ausgelöst, der sich nicht nur auf die Schiffahrtsbranche bezieht, sondern ganze Teile der Wirtschaft in eine teure Abhängigkeit von politischen Subventionen verstrickt. Laut einer Untersuchung des norwegischen Forschungsunternehmens Rystad Energy liegt der Preis für Bio-LNG – ein verflüssigtes Biogas – bereits heute über 200 Euro pro Tonne, während herkömmliches Schiffsschweröl bei etwa 100 Euro angesiedelt ist.
Durch EU-Vorschriften wie die FuelEU-Maritime-Verordnung und das neue Förderprogramm „Sustainable Maritime Alternative Propulsion“ (SMAP) wird dieser Teure Treibstoff plötzlich zu einem scheinbar kostengünstigen Produkt. In den berechneten Modellen für 2026 wird der effektive Preis auf lediglich 50 Euro gesenkt, obwohl die tatsächliche Kostenlage deutlich höher ist. Bis zu 110 Millionen Emissionszertifikate werden zwischen 2028 und 2040 an Reedereien verteilt, um alternative Treibstoffe wie Bio-LNG oder synthetische Lösungen zu fördern. Bei den Subventionen wird bis zu 90 Prozent der Kostenunterschiede ausgeglichen – ein Vorteil, der vor allem den größten Spielraum für Wettbewerbsvorteile schafft.
Der europäische Reederverband ECSA fordert bereits dreimal mehr als vorgesehen: 330 Millionen statt der geplanten 110 Millionen Zertifikate. Der geschätzte Wert dieser zusätzlichen Förderung beträgt 30 Milliarden Euro – ein Betrag, der die aktuell geplante Subvention nur um ein Drittel abdeckt. Die Folge: Die Steuerzahler tragen die Kosten, während die Marktverzerrungen durch politische Entscheidungen verstärkt werden. Emissionszertifikate, die eigentlich einen Marktwert haben, werden verschwendet, und die Schifffahrt wird mit zusätzlichen Frachtkosten belegt, die schließlich über mehrere Schichten an den Verbraucher weitergereicht werden.
Die EU-Kommission schafft damit nicht nur eine teure Subventionskatastrophe, sondern auch einen wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil für wenige Hersteller. Solche Maßnahmen sind keine nachhaltigen Lösungen, sondern kurzfristige politische Entscheidungen, die langfristig die gesamte Wirtschaft in eine teure Abhängigkeit schreiben.