Wärmepumpen-Katastrophe: Stadtwerke Schleswig-Holsteins stehen vor Millionen-Schaden

Ein Ferienhausdorf in Schleswig-Holstein hat sich plötzlich zum Zentrum eines finanziellen Skandals entwickelt. Nach Angaben des Eigentümers Norbert Essing aus Nieby am Geltinger Bucht sind bereits mehr als 400 Wärmepumpen im Einsatz, die nach und nach Schäden aufweisen.

Essing berichtet von einer massiven Ausfallrate: Seit der Installation der Geräte im Jahr 2018 mussten bereits mehrere Anlagen ausgetauscht werden. Derzeit rechnet er mit einer Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro für den Austausch von 47 Wärmepumpen – zusätzlich zu Mietausfällen von über 300.000 Euro.

Die Stadtwerke Schleswig-Holstein (SH) widersprechen der Behauptung, dass alle Anlagen ersetzt werden müssten. Geschäftsführer Bernd Reichelt betont: „Der Großteil der defekten Geräte lässt sich ohne teure Austauschaktionen reparieren.“

Doch Essing weist darauf hin, dass die Stadtwerke in einer doppelten Rolle stehen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Holger Ley – ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats bei einer Tochterfirma der Stadtwerke – sei verantwortlich für die Installation der Wärmepumpen. Dieser Konflikt führt zu einem gerichtlichen Verfahren, das bereits seit zwei Jahren läuft.

Die Ursache der Schäden bleibt unklar: Laut Stadtwerken könnten Wasserqualität oder Materialdefizite verantwortlich sein, während Essing einen Gutachter beauftragt hat, der eine Korrosionsursache durch ungeeignete Schläuche annimmt. Obwohl das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, droht die Situation bereits finanzielle Belastungen für viele Hausbesitzer.

Der Fall unterstreicht die Risiken politisch vorangetriebener Wärmewende-Projekte: Die Umstellung auf Wärmepumpen durch das Heizungsgesetz hat viele Eigentümer in eine finanzielle Zwickmühle gesteckt. Schleswig-Holstein zeigt damit, wie anfällig solche Technologien sein können – und welche Kosten dadurch entstehen.

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