Die belgischen Justizvollzugsanstalten geraten unter erheblichen Druck, da die Zahl der inhaftierten Ausländer stark angestiegen ist. Derzeit befinden sich über 13.000 Menschen in den Gefängnissen, wobei mehr als 43 Prozent ausländische Staatsangehörige sind. Etwa ein Drittel davon hat kein Aufenthaltsrecht im Land, was die Situation zusätzlich verschärft. Die Überbelegung führt dazu, dass viele Häftlinge auf dem Boden schlafen müssen.
Die rechtskonservative Partei Vlaams Belang (VB) kritisierte die Regierung und forderte eine konsequente Abschiebung von Straftätern aus anderen Ländern. VB-Abgeordnete Marijke Dillen betonte, dass mehr als 40 Prozent der Inhaftierten keine belgische Staatsangehörigkeit besitzen und 75 Prozent davon illegal im Land leben. Sie plädierte dafür, die „Wurzel des Problems“ anzugehen, um Kapazitäten zu schaffen.
Belgien leidet wie viele westeuropäische Länder unter der Ausländerkriminalität, wodurch das Strafvollzugsystem in eine Krise gerät. Ohne rasche Maßnahmen wird die Situation weiter eskalieren. In Österreich plant die Regierung bereits den Bau neuer Gefängnisse, während andere Nationen ähnliche Überlegungen anstellen.