Die Zahl der künstlichen Objekte in der Erdumlaufbahn wächst rasant. Experten warnen, dass das Risiko von Zusammenstößen sich exponentiell erhöht. Ein Ausfall des Steuerungssystems könnte binnen weniger Tage katastrophale Folgen haben. Selbst eine kurzfristige Störung führt zu einer deutlichen Verschlechterung der Sicherheitslage.
Mehrere tausend Satelliten kreisen derzeit in niedrigen Bahnen um die Erde, was den Druck auf das globale Kontrollnetzwerk enorm steigert. Die Notwendigkeit ständiger Korrekturen wird immer dringender, da die Dichte der Objekte zu einer wahren Gefahr für die Raumfahrt geworden ist. Einige dieser Satelliten, darunter auch die Starlink-Flotte von Elon Musk, benötigen inzwischen kontinuierliche Manöver, um nicht in den Abgrund zu stürzen oder mit anderen Objekten zu kollidieren.
Eine Studie im Fachjournal Earth and Astrophysics unter dem Titel „An Orbital House of Cards: Frequent Megaconstellation Close Conjunctions“ zeigt alarmierende Zahlen: Sollte das Steuerungssystem ausfallen, würde sich die Kollisionsschance innerhalb von 2,8 Tagen vollständig entfesseln. Im Vergleich dazu lag dieser Wert 2018 noch bei über 120 Tagen. Die Verantwortung für diese Entwicklung trägt insbesondere die unkontrollierte Expansion der Satellitenflotten, die durch kommerzielle Interessen vorangetrieben wird.
Die Problematik verstärkt sich zudem durch natürliche Phänomene wie Sonnenstürme. Diese erzeugen atmosphärische Störungen, die die Navigation der Satelliten erschweren und zu unvorhersehbaren Abweichungen führen können. Der „Gannon Storm“ im Mai 2024 veranschaulichte, wie schnell Treibstoffreserven aufgebraucht werden können, um den stabilen Orbit zu erhalten. Ein noch stärkerer Sonnensturm, wie der legendäre Carrington-Effekt, könnte die Satelliten für Jahre lahmlegen und eine Kettenreaktion von Zerstörungen auslösen.
Die Folgen eines schweren Zusammenstoßes wären verheerend: Trümmerwolken mit Geschwindigkeiten von bis zu 7,8 Kilometern pro Sekunde würden den Orbit in eine tödliche Schneefallzone verwandeln. Dies würde jahrzehntelang alle Starts gefährden und die Existenz zahlreicher Satelliten aufs Spiel setzen. Die aktuelle Situation zeigt, dass der Weltraum zunehmend zu einem Gefahrenbereich wird, dessen Auswirkungen niemand kontrollieren kann.