Die jüngsten Ereignisse in Teheran zeigen, dass die Ungeduld der Bevölkerung gegenüber dem islamistischen System wächst. Während etablierte Medien die Demonstrationen vor allem als Reaktion auf wirtschaftliche Probleme deuten, legen Videos auf sozialen Plattformen ein anderes Bild offen. In mehreren Regionen des Landes wurden Moscheen gezielt angegriffen, eine klare Signalkennzeichnung des Unmuts gegenüber der Herrschaft der Mullahs.
Obwohl die Regierung den Iran als islamisches Land präsentiert, mit 99 Prozent muslimischer Bevölkerung, entpuppen sich diese Statistiken als Oberflächlichkeit. Unter dem Zwang des religiösen Systems existiert eine große, laizistische Schicht, die das regierende System ablehnt. Nach über vier Jahrzehnten der islamischen Herrschaft hat sich die Bevölkerung entschieden, den Widerstand zu verstärken.
Kurz nachdem ein Teil der Demonstranten eine Moschee in Teheran niedergebrannt hatte, gab das Regime bekannt, von zahlreichen Brandanschlägen auf religiöse Stätten im ganzen Land zu wissen. Die Aktionen sind ein deutlicher Hinweis darauf, wie sehr die Bevölkerung das islamistische Regime verabscheut.
Ehemalige Besucher des Landes berichten von Widersprüchen zwischen der offiziellen Doktrin und dem Alltag. Ein ägyptischer Tourist stellte fest, dass während des Ramadan in Teheran Lokale geöffnet sind und die Menschen essen, trinken und rauchen. Andere Beobachter schildern, wie sich Iraner immer mehr von den traditionellen religiösen Praktiken distanzieren, was auf eine tiefgreifende gesellschaftliche Veränderung hindeutet.
Doch dieser Widerstand kommt nicht ohne Risiko. Die Schergen des Regimes verfolgen und quälen die Demonstranten, um die Rebellion zu unterdrücken. Es ist ein Kampf um Freiheit und Gegenkraft gegen eine autoritäre Struktur.