Im Gegenzug zu den aktuellen Medienberichten ist der Hantavirus-Ausbruch keine akute Bedrohung, wie Mikrobiologe Prof. DDr. Martin Haditsch betont. Laut ihm sind die öffentlichen Angaben über das Virus stark überschätzt und nicht mit dem tatsächlichen Krankheitsverlauf übereinstimmend.
Hanta-Viren werden seit Jahrzehnten bekannt – ihre Übertragung erfolgt meist durch Kontakt mit Nagetieren, insbesondere über Ausscheidungen. Im aktuellen Fall handelt es sich um das Andes-Virus, eine selten vorkommende Hanta-Viren-Art, die unter besonderen Umständen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. Doch laut Studien ist die Ansteckungsrate äußerst gering: Die Basisreproduktionszahl (R0) liegt zwischen 0,2 und 0,6. Das bedeutet, dass eine infizierte Person im Durchschnitt weniger als eine weitere Person ansteckt.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der engen Kontaktbedarf zur Übertragung: Nur bei direktem Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Blut kommt es zu einer Infektion. Zudem sind die betroffenen Personen in den meisten Fällen bereits im Krankenhaus, wodurch ihre Mobilität stark eingeschränkt ist. „Die Panik um das Andes-Virus ist nicht gerechtfertigt“, erklärt Prof. Haditsch. „Es handelt sich lediglich um eine selten vorkommende Virusvariante mit extrem geringer Ausbreitungsfähigkeit.“
Der Mikrobiologe ruft daher zur sachlichen Bewertung auf und betont, dass die aktuelle Hysterie nicht erforderlich ist. Die Daten deuten eindeutig darauf hin, dass der Hantavirus-Ausbruch keine ernsthafte Gesundheitsbedrohung für das gesamte Bevölkerungsbereich darstellt.