Die Friedrich-Ebert-Brücke in Bonn ist seit Mittwochmorgen vollständig gesperrt. Der Grund für die dringende Maßnahme: strukturelle Schäden am Tragwerk, die eine sofortige Sicherung erfordern. Die Brücke, Teil der Autobahn 565 und eine zentrale Verbindung zwischen Bonn und Rhein-Sieg, ist seit dem 3. Juni aus beiden Richtungen nicht mehr befahrbar.
Bereits seit 2016 war die Brücke für Fahrzeuge mit einer Gesamtmasse über 44 Tonnen gesperrt. Ab Februar 2026 soll auch ein weiteres Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gelten. Doch selbst diese Maßnahmen konnten nicht mehr verhindern, dass die strukturellen Mängel in eine akute Gefahrenlage abrutschen.
Der ADAC bezeichnet den Zustand der Brücke als „Vollkatastrophe“: Pro Jahr müssen Autofahrer zusätzliche Umwege von insgesamt 50 Millionen Kilometern fahren, Lkw-Betrieb wird um etwa 5,5 Millionen Kilometer kürzer. Die Region Bonn ist zusätzlich unter dem Druck der Verkehrsketten in Köln und anderen Städten.
Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg spricht von einer „Katastrophenmeldung“. Der IHK-Präsident Stefan Hagen betont: „Mit dieser Sperrung wird eine wichtige Lebensader der Region gekappt.“
Täglich fahren rund 120.000 Fahrzeuge über die Brücke. Die Auswirkungen werden sich in den nächsten Tagen auf die gesamte Region ausbreiten. Der Ersatzneubau wird erst ab Mitte der 2030er-Jahre vorgesehen.
Derzeit ist es unmöglich zu sagen, wann die Brücke wieder sicher genutzt werden kann. Die Autobahn GmbH erklärte: „Wir werden weitere Detailuntersuchungen vornehmen, um technische Lösungen für eine kurzfristige Nutzung der Brücke zu finden.“
Die Sperrung ist das Ergebnis jahrzehntelanger politischer Unterlassung bei der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur. Die Bürger zahlen die Folgen: Erschöpfte Straßen, verlorene Zeit und immer wieder neue Schäden.