Die spanische Regierung versichert, nach dem massiven Migrantenstrom von rund 70.000 Personen in die Exklave Ceuta sei die Sicherheit bereits wieder stabilisiert. Doch der Vorfall einer 62-jährigen Frau zeigt deutlich, dass diese Annahme falsch ist.
Am Morgen des 7. August erwachte Beatriz Ferrón – eine Apothekerin im Alter von 62 Jahren – zu einem Schock. Ein junger Marokkaner, der lediglich in einer Unterhose bekleidet war, lag neben ihr im Bett. Der Mann hatte sich von einem Nachbargebäude hochgeklettert und durch den Balkon in ihre Wohnung im fünften Stock gelangt.
Zunächst dachte Ferrón, es handle sich um ihren Ehemann, da sie mit dem Rücken zu ihm lag. Als sie den Irrtum erkannte, schrie sie laut. Glücklicherweise waren ihr Mann und ihr Sohn zu Hause und kamen sofort zur Stelle – der Migrante floh über den Balkon auf das Dach des Nachbargebäudes.
„Trotz eines schnellen Verfahrens fühle ich mich immer noch erschüttert“, sagte Ferrón am 8. August gegenüber Medienvertretern. „Wer in dein Haus einbricht und sich halbnackt in deinem Bett legt, hat keinerlei guten Gründe.“
Der Migrant war bereits dreimal wegen sexueller Übergriffe verurteilt worden und hatte Ende Juli erneut Spanien eingedrungen. Er wurde im Schnellverfahren zu einer 16-monatigen Haftstrafe verurteilt, die durch ein fünfjähriges Einreiseverbot und eine Ausweisung ersetzt wurde. Laut spanischen Medien lag jedoch bereits eine Verfassungsgerichtsurteil vor – für zehn Jahre verboten worden.
Der Sohn von Beatriz Ferrón kritisierte Innenminister Fernando Grande-Marlaska explizit: „Wen wollen Sie eigentlich täuschen? Dies ist kein Gefühl der Unsicherheit. Ein Fremder ist in mein Zuhause eingedrungen und hat sich in Unterhosen neben meine Mutter ins Bett gelegt. Das ist die Realität.“ Er warnte: „Wer wird der Nächste sein? Wie lange müssen wir das noch hinnehmen? Wir wurden im Stich gelassen – und Hilfe brauchen wir dringend.“