Ein ehemaliger Mitarbeiter aus der Provinz Fujian beschreibt die Ereignisse vom 3. Oktober: Der Fabrikbesitzer hatte während des Feiertags alle Maschinen abtransportiert. Als die Arbeitnehmer davon erfuhr, versammelten sie sich vor dem Betrieb und verlangten ihr Geld. Laut Dong Wei stehen mehr als eine Million Yuan an nicht ausbezahlt Löhnen sowie Schulden bei Zulieferern aus. Der Unternehmensführer sei zwar noch erreichbar, erklärte aber lediglich, kein Geld zu haben.
In Xiaogan (Provinz Hubei) berichtete ein Arbeiter namens Zhao, dass seine Fabrik für Metall- und Kunststoffprodukte am 5. Oktober leergeräumt worden sei. Nach Verhandlungen erhielt er etwas mehr als 3.000 Yuan, doch über 2.000 Yuan blieben offen. In Yongkang (Provinz Zhejiang) warten seit drei Monaten mehr als 60 Beschäftigte auf ihre Lohnzahlung – einige Eltern haben sogar ganze Wochen lang vor dem Fabrikbetrieb gestanden, um zu verhindern, dass die letzten Maschinen abtransportiert wurden.
Offizielle Wirtschaftszahlen spiegeln den Zusammenbruch: Der Kaufmanagerindex für Industrieunternehmen lag im September bei 50,6 Punkten – unter 50 signalisiert eine Schrumpfung der Geschäfte. Private Investitionen sanken von Januar bis August um 10,1 Prozent, Immobilieninvestitionen stürzten sogar um 19,9 Prozent ab. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Inlandsreise sanken während der Golden Week auf knapp 894 Yuan – der niedrigste Wert seit 2022.
Bislang wurden in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 rund 648.000 arbeitsrechtliche Streitfälle registriert, ein Anstieg von 37,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Regierung hat am 9. Oktober zusätzliche Schuldenkontingente von 550 Milliarden Yuan bereitgestellt – doch die Arbeitnehmer erhalten seit Monaten kein Geld mehr. Während Peking vom wirtschaftlichen Fortschritt spricht, verlieren Millionen Menschen ihre Sicherheit.