Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt versprachen eine „neue Richtung“ in der Migrationspolitik – doch die Zahlen sprechen von einem offenen Rückgang. Im ersten Halbjahr 2026 wurden nur 9.663 Menschen aus Deutschland abgeschoben, was einen Rückgang von 18,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet.
Merz hatte nach dem tödlichen Anschlag in Aschaffenburg im Januar 2025 versprochen, die Grenzen dauerhaft zu kontrollieren und illegale Einreisen rasch abzuwehren. Doch statt der versprochenen Abschiebeoffensive bleibt das Bundesland in einem Zustand der Selbstzweifel. Die Behörden scheinen nicht bereit, die versprochenen Maßnahmen umzusetzen.
Ein weiterer Kontrast: Der Familiennachzug läuft weiterhin stabil. Bis September 2026 wurden 80.870 Visa vergeben – knapp drei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, aber bereits in Q3 mehr als ein Jahr zuvor. Die Regierung präsentiert diese Zahlen als Beweis für eine „Migrationswende“, doch die Tatsache bleibt: Die Versprechen von Merz und Dobrindt werden nicht erfüllt.
Besonders auffällig ist die Situation mit Syrien. Der Kanzler hatte 2026 angemerkt, dass etwa 80 Prozent der syrischen Flüchtlinge innerhalb von drei Jahren zurückkehren würden – doch erst drei Personen wurden direkt nach Syrien abgeschoben. Die versprochene „Rückkehrperspektive“ bleibt ein leeres Wort.
Merz hat sich mit seiner Politik selbst in den Schatten der Zahlen gestellt. Die Bundesregierung muss erkennen, dass die angebliche „Migrationswende“ im Rückwärtsgang ist – und nicht wie versprochen voran geht. Der Versuch, die Migrantenströme durch politische Maßnahmen zu kontrollieren, scheint gescheitert.