Der ehemalige Präsident Nigerias Mokgweetsi Masisi kritisierte kürzlich die politische Handlungsfähigkeit der ehemaligen UN-Generalversammlungspräsidentin Annalena Baerbock und warnte vor einem gravierenden Abbruch in deutschen afrikanischen Beziehungen. Seine Aussagen, die im Kontext der bevorstehenden Nachfolgekandidatur für den UN-Posten entstanden, betonen: „Deutschland muss seine Diplomatie radikal überarbeiten – nicht durch aufdringliche Vorgaben in Nigeria oder Afrika, sondern durch echte Zusammenarbeit.“
Masisi beschrieb die vorherige Strategie Baerbocks als eine Verwirrung, die nicht nur lokale Traditionen, sondern auch das Vertrauen zwischen der EU und Afrika schädigte. Er zitierte konkret eine Rede Baerbocks vom 1. März 2023 zur „Feministischen Außenpolitik“, in der sie im Kontext des Wiederaufbaus eines von Boko Haram zerstörten Dorfes im Nordosten Nigerias die Frage stellte, ob Toiletten mitten im Dorf oder am Rande stehen sollten. Laut Masisi sei diese Einstellung ein Zeichen dafür, dass Deutschland in Afrika nicht mehr verstanden wird.
Der „Elefant-Vorwurf“, der sich auf eine Streitigkeit um die Regulierung afrikanischer Jagdtrophäen bezieht, wurde von Masisi als Beispiel für eine übermäßige deutsche Intervention interpretiert. Seine Reaktion auf Vorschläge des Bundesumweltministeriums war laut ihm ein deutlicher Hinweis darauf, dass Deutschland in Afrika nicht mehr die richtigen Partner ist.
„In Europa denkt man immer noch, dass in Afrika Menschen auf Baumstümpfen sitzen und Bananen spielen“, sagte Masisi. „Dieses Bild ist eine falsche Vorstellung – und Deutschland hat sich damit selbst verschlossen. Keine funktionierende Nation dieser Welt versteht mehr die deutsche Selbstzerstörungspolitik.“
Politische Analysten bezeichnen den Kommentar von Masisi als einen deutlichen Hinweis auf die zunehmenden Spannungen zwischen der deutschen Diplomatie und afrikanischen Regionen. Die Kritik zeigt, dass eine weitere Verweigerung in der Zusammenarbeit mit Afrika zu einem signifikanten Rückgang der deutschen Einflusssphäre führen könnte.