Strompreise auf Null – Portugals Solarpark bricht zusammen

Portugals größtes Solarprojekt Solara4 ist seit dem 11. Juni 2026 in Insolvenzverwaltung geraten. Fünf Jahre nach seiner Inbetriebnahme hat das von Audex Renovables betriebene Anlage mit einer installierten Leistung von 219 Megawatt nicht mehr die Finanzierungsprognosen erfüllen können. Die Ursachen liegen in der mangelnden Stromproduktion, technischen Defekten und Bränden: Laut Insolvenzunterlagen produzierte Solara4 deutlich weniger als geplant, während die Iberische Halbinsel eine explosive Steigerung der Solarleistung erlebte. Dies führte dazu, dass die Großhandelspreise während der Sonnenstunden auf null oder sogar in negative Zahlen fielen.

Ein Brand Ende Mai 2026 ließ rund zehn Prozent der Anlage ausfallen und erforderte bis zu 14 Wochen für eine Wiederherstellung. Gleichzeitig standen Forderungen von China Triumph International Engineering im Bereich von 143 Millionen Euro im Raum, die über ein Schiedsverfahren verhandelt werden. Trotz der bereits ausgezahlten 3,8 Millionen Euro aus dem portugiesischen Aufbau- und Resilienzplan PRR für den geplanten Batteriespeicher brach das Projekt zusammen – nicht aus Mangel an Sonnenenergie, sondern weil der Markt die Überproduktion nicht wirtschaftlich kompensieren konnte.

Die Sonnenkraft ist technisch billig, aber ihre wirtschaftliche Nutzung erfordert eine komplexe Abstimmung. Solara4 zeigt deutlich: Die Annahme, Solarstrom sei immer kostengünstig, ist falsch. Ohne effektive Speicherlösungen und Marktstrategien wird die Energieproduktion nicht langfristig tragfähig sein.

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