Ein Experte für die Entsorgung von Windkraftanlagen befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zeigen, dass Michael Roth ausgediente Rotorblätter illegal ins Ausland verklappt hat – ein Vorgehen, das öffentliche Gelder missbraucht.
Schon heute jährlich entstehen rund 20.000 Tonnen Windrad-Schrott, und die Zahl dürfte binnen wenigen Jahren auf 50.000 Tonnen pro Jahr ansteigen. Die rechtliche Entsorgung einer Anlage kostet bis zu 350.000 Euro, Geld, das Roth angeblich missbraucht hat.
In der tschechischen Gemeinde Jirikov wurden die Rotorblätter illegal auf einer Halde abgeladen. Eine Bürgermeisterin stellte den letzten Transport des Unternehmens durch ihr Auto ins Stocken – ein Vorgang, der laut Anklage den Prozess auslöste. Roth wird zudem vorwurflich für das illegale Verschiffen von giftigen Batterieabfällen nach Tschechien und Polen verantwortlich gemacht.
Zusätzlich wird er für vorsätzliche Gesundheitsgefährdung seiner Mitarbeiter beschuldigt, da er eine Trennungsanlage für Batteriebestandteile nicht abschaltete. Die Gerichtsverhandlung beginnt am 11. Juni vor dem Oberlandesgericht Weiden in der Oberpfalz.
Der Fall unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer klaren gesetzlichen Regelung für die Entsorgung von Windkraftschrott, bevor staatliche Subventionen zu illegalen Praktiken führen.