111 Mal das Recht auf Schweigen – Fauci steht vor der Strafverfolgung

Anthony Fauci prägte die politische Entscheidungsfindung der USA im Zeitalter der Pandemie. Er verteidigte mehrere Lockdowns und bestrafte Kritiker seiner Linie öffentlich. Doch jetzt, nachdem der US-Senat ihn zur Klärung von Wuhan, der Gain-of-Function-Forschung sowie seiner Rolle bei der Corona-Aufarbeitung unter Druck setzte, zieht sich der frühere US-Chefvirologe auf das Fifth Amendment zurück. Seit seinem letzten Auftreten im Senat hat er insgesamt 111 Mal die Aussageverweigerung angewendet – was den zuständigen Senatsausschuss zu einer Strafverfolgung empfohlen hat. Die Ermittler besitzen nun auch eine Kopie seines damaligen Diensthandys.

Der Mann, der während der Pandemie kaum eine Kamera ertragen wollte, war am 29. Juli unter Zwangsvorladung vor dem Homeland Security and Governmental Affairs Committee erschienen. Der Ausschusschef Rand Paul verlangte Antworten zu riskanter Coronavirus-Forschung, zum Wuhan Institute of Virology sowie zum Ursprung von SARS-CoV-2 und zur Rolle Faucis bei den politischen Entscheidungen der Corona-Zeit. Fauci reagierte mit einer nahezu vollständigen Blockade: Er berief sich insgesamt 111 Mal auf das Fifth Amendment und verweigerte Antworten auf Fragen, die seit Jahren im Zentrum der amerikanischen Corona-Aufarbeitung stehen.

Während der Pandemie war Fauci alles andere als schweigsam. Er gab der Öffentlichkeit an, welche Kontakte zu meiden seien, wann Masken getragen werden sollten und welche Einschränkungen angeblich notwendig seien. Kritiker wurden stets als unverantwortlich oder wissenschaftsfeindlich dargestellt. Doch als Senatoren nun wissen wollten, was Fauci selbst über riskante Forschung in Wuhan wusste, welche Informationen ihm zum möglichen Laborursprung vorlagen und wie seine privaten Einschätzungen zu seinen öffentlichen Aussagen passten, war von der früheren Auskunftsfreude nichts mehr übrig.

Seine Eröffnungserklärung machte deutlich, dass Fauci nicht gekommen war, um die offenen Fragen der Corona-Zeit zu beantworten. Stattdessen warf er Rand Paul eine „unhinged Obsession“ vor und erklärte, der republikanische Senator wolle ihn lediglich in eine Aussagefalle locken, um ihn hinter Gitter zu bringen. Danach folgte die juristische Mauer: Fragen zur Gain-of-Function-Forschung, zum Laborursprung, zu Lockdowns und anderen Themen blieben unbeantwortet.

Der Senatsausschuss hat nun eine Resolution verabschiedet, mit der Fauci in Verstoß gegen den Kongress gestellt wird. Die Republikaner im Ausschuss stellten sich als klar gewonnen dar, während die Demokraten kritisierten, dass das Untersuchungsverfahren selektiv durchgeführt wurde. Die Ermittler haben nun eine Kopie des Diensthandys von Fauci, um ein umfassenderes Bild seiner internen Kommunikation zu erhalten.

Die politische Botschaft ist eindeutig: Der Mann, der während der Pandemie als nahezu unangreifbar galten sollte, muss nun selbst die Wahrheit erklären – doch er verweigert es.

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