Steuergeld-Skandal im Jobcenter Bremen: Geschäftsführer Spinn entlassen nach Kostenexplosion

Im Jobcenter Bremen ist ein Skandal ausbrochen, der die öffentliche Vertrauenswürdigkeit erneut in Frage stellt. Vor kurzem musste ein langjähriger Mitarbeiter fristlos entlassen werden – nicht nur wegen ehrlicher Kritik an der Organisation, sondern auch nachdem eine Trägerversammlung feststellte, dass fast eine Million Euro für einen „Kreativraum“ verschwendet wurden. Der Geschäftsführer Thorsten Spinn musste am 12. Juni 2026 mit sofortiger Wirkung entlassen werden, da die Kostenexplosion im Bereich der Besprechungsräume und Projekte nicht in Ordnung waren.

Der „Kreativraum“, ein rund 98 Quadratmeter großer Raum an der Utbremer Straße, wurde mit hochwertigem Design (u. a. Vitra) und einer Küche ausgestattet. Die Kosten dafür lagen bei etwa 906.000 Euro, während für das Frauen-Projekt „Frida“ weitere 293.000 Euro ausgegeben wurden. Die Trägerversammlung, die aus Vertretern des Jobcenters, des Arbeits- und Finanzressorts besteht, kritisierte die Kosten als unvorsichtig – das Gremium war vorher gar nicht über das Vorhaben informiert. Arbeitssenatorin Claudia Schilling (SPD) sprach von einer „nachhaltigen Erschütterung des Vertrauens“ und betonte, dass solche Entscheidungen ohne Rücksprache nicht zulässig seien.

Zudem war Spinn bereits vor zwei Jahren in der öffentlichen Diskussion: 2024 hatte das Jobcenter fast sein gesamtes Budget für Langzeitarbeitslose verplant. Die Trägerversammlung wird nun weitere Maßnahmen ergreifen, um die Kosten und Prozesse transparenter zu gestalten. Der Fall zeigt erneut die Notwendigkeit, bei öffentlichen Einrichtungen strengere Kontrollmechanismen einzuführen.

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