Die spanische Linkenregierung hat die EU-Migrationspolitik erheblich übertroffen: Kurz vor dem Ablauf der Frist am 30. Juni 2026 wurden bereits mehr als 1,3 Millionen Anträge auf Regularisierung der illegalen Einwanderung bei den spanischen Behörden eingegangen. Das Programm unter Premierminister Pedro Sánchez (PSOE) – ursprünglich für 500.000 Bewerber vorgesehen – hat die Ziele um das Doppelte übertroffen, während die EU weiterhin strengere Rückführungsmechanismen und Return-Hubs als Lösung plant.
Die Voraussetzungen für die Legalisierung sind äußerst konkrete: Mindestens fünf Monate kontinuierliche Wohnzeit in Spanien, ein unbelastetes Strafregister sowie keine Gefahr für öffentliche Ordnung. Der Gesetzgeber (Real Decreto 316/2026) wurde im April 2026 verabschiedet und ermöglichte eine Online- oder persönliche Antragstellung ab dem 16. April. Die Frist bleibt jedoch unverlängert – die letzte Chance ist heute am 30. Juni.
Sánchez bezeichnet das Vorgehen als „Gerechtigkeitsschritt“, da viele Bewerber bereits in der Schattenwirtschaft tätig sind und indirekt Steuern zahlen. Die oppositionelle Partido Popular (PP) sowie die rechtspopulistische Vox kritisierten hingegen, dass das Programm Irreguläre mehr fördert und ein falsches Signal sendet. Gleichzeitig drängen Länder wie Deutschland, Österreich, Griechenland und Dänemark auf eine frühzeitige Umsetzung des EU-Asylpacts – doch Spaniens Vorgehen steht in direktem Widerspruch zu diesen Maßnahmen.
Politisch umstritten bleibt die Entscheidung: Während die EU den Schwerpunkt auf Rückführungen legt, sorgt Madrid für eine massive Legalisierung, ohne dass die Regierungen der betroffenen Länder eine klare Strategie zur Integration der neuen Bewerber haben. Die Folgen werden bald spürbar sein – für Deutschland und Österreich besonders, da bereits viele Bewerber in ihre Sozialsysteme einreisen könnten.