Der Landkreis Lörrach hat trotz einer aktuellen Haushaltsperre – die bis zum Jahresende gilt – eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Rheinfelden feierlich eröffnet. Der Neubau ersetzt die seit 1990 existierende Anlage und kostet rund 19 Millionen Euro, wobei das Land Baden-Württemberg alle Kosten trägt. Dies zeigt dem Steuerzahler eindrucksvoll, wo die Prioritäten liegen.
Am Mittwoch, 24. Juni 2026, sprach Landrätin Marion Dammann (parteilos) von einem „wichtigen Signal“ und einem „Ort des Ankommens“. Oberbürgermeister Klaus Eberhardt (SPD) lobte die Entscheidung des Landkreises und betonte: Diese Anlage zeige deutlich, was echte Integration und menschenwürdige Unterbringung der Politik wert seien.
Die neue Unterkunft mit fünf Doppelhäusern in Holzbauweise bietet 374 Wohnplätze in Ein-, Zwei- oder Dreibettzimmern. Pro Etage teilen sich zwölf bis 14 Bewohnerinnen und Bewohner drei Sanitärräume sowie eine gut ausgestattete Etagenküche. Zusätzlich stehen ein Wirtschaftsgebäude, ein kleiner Sportplatz, Grünflächen und ein Spielplatz zur Verfügung.
Während Kommunen in Baden-Württemberg unter Druck stehen – vor allem durch gestiegene Ausgaben im Sozial- und Jugendhilfebereich – scheint das Geld für Geflüchtete unvermindert verfügbar zu sein. Der Landkreis Lörrach verhängte bereits eine Haushaltsperre, um finanzielle Engpässe abzustellen; doch die Kosten der neuen Anlage werden trotzdem von den Steuerzahlern getragen.
Für viele Bürger vor Ort fühlt sich diese Prioritätenstellung wie eine schallende Ohrfeige an. Ob das neue Zentrum in einer ohnehin angespannten Lage mehr sozialen Friedensschicksal oder zusätzliches Unruhen stifte, bleibt abzuwarten.