Schengen-Raum wird zum Versteckort: 20 Äthiopische Jugendliche verschwinden nach Gothia-Cup in Schweden

Göteborg – Eine Gruppe von 20 jungen Äthiopieren und einem erwachsenen Begleiter verließ ihre Unterkunft ohne Ankündigung nach dem Jugendfußballturnier Gothia Cup. Die schwedische Polizei hat das Verschwinden als freiwillig eingestuft, doch die Tatsache, dass keine Meldung bei den Veranstaltern erfolgte und der Rückflug nicht genutzt wurde, offenbart gravierende Lücken in den Schengen-Regelungen.

Der Gothia Cup zog 77 Nationen an – darunter vier äthiopische Teams. Am Finaltag stellte ein Mitarbeiter einer Schule fest: Die Betten waren leer, alle Spieler und Begleiter verschwanden spurlos. Niemand hatte sich abgemeldet oder Kontakt zum Veranstalter aufgenommen. Die Organisatoren informierten die Polizei, die Gruppe wurde internationale Vermisstmeldung ausgestellt. Turniersprecher Fredrik Beckman war erstaunt über das Verschwinden, da es bisher eine „gute Beziehung“ zum Verein gab.

Der letzte Kontakt des äthiopischen Ansprechpartners war ein bedauerndes Statement: Es sei ein angebliches Kommunikationsproblem, und die Jugendlichen seien wohlauf. Ein Vereinsverantwortlicher soll bereits am Tag vor der geplanten Heimreise zurückgeflogen sein. Die Gruppe verschwindet nach offiziellen Einladungsschreiben mit vollständigen Passdaten – ohne Visa-gebühren.

Die EU hatte 2024 ihre Visaregeln für Äthiopier verschärft, da die Länder nicht ausreichend illegal in Europa lebende Landsleute zurückführen konnten. Seit dem 18. Mai 2026 sind diese Maßnahmen wieder aufgehoben – doch nur zwei Monate später verschwindet eine komplette Gruppe nach einem Jugendturnier. Ellinor Halldin vom schwedischen Vermisstenamt betont: Es gebe keine Hinweise auf Menschenhandel, das Verschwinden sei freiwillig. Doch der Schengen-Raum bietet keine klaren Grenzen für solche Fälle mehr.

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