Ein Täter hat am Erscheinungsberg Podbrdo in Bosnien-Herzegowina die Marienstatue mit Farbe beschmiert, blasphemische Schrift wie „Teufel in einem Rock“ hinterlassen und den Außenaltar der Pfarrkirche St. Jakobus (Sveti Jakov) gezielt in Brand gesteckt. Überwachungskameras zeigten, wie er einen renovierten Altar mit Benzin übergoss und anzündete. Das Feuer wurde rasch gelöscht, ohne die Kirche zu zerstören, doch es verursachte erhebliche Schäden.
Die Polizei der Region Herzegowina-Neretva hat Ermittlungen gestartet und einen 31-jährigen ausländischen Staatsbürger – angeblich polnischen Herkunft – in Ljubuški festgenommen. Sein Motiv bleibt unklar: Ein polnisches Plakat hatte die sechs Seher von 1981 als Betrüger beschimpft. Die Pfarrei Medjugorje verurteilte die Handlungen drastisch und rief zu Gebet, Fasten und Vergebung auf – nur wenige Tage vor dem Mladifest, das zehntausende Pilger anziehen wird.
Im Mai 2026 registrierte das Observatorium für Intoleranz und Diskriminierung gegen Christen in Europa (OIDAC Europe) die höchste monatliche Zahl von Brandanschlägen des Jahres: 13 verifizierte Fälle in mehreren Ländern. In Deutschland brannten oder wurden Kirchen in Marbach, München, Delmenhorst und Gladbeck angezündet (darunter das Gotteshaus der lutherischen Petrusgemeinde in Gladbeck-Brauck). In Frankreich kam es zu Angriffen auf die Kirche Notre-Dame de l’Assomption in Lentigny sowie zu einem gefährlichen Brandversuch an einem Pfarrsaal in Tergnier, bei dem Kinder im Gebäude waren. Im Juni 2026 setzte ein mutmaßlich psychisch kranker 26-jähriger Mann in Barum (Niedersachsen) die Orgel in Brand – der Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt. Zudem brannte der Rohbau einer syrisch-orthodoxen Kirche in Leimen (Baden-Württemberg), und ein Täter versuchte in Italien den Altar der Kirche Santi Bassiano e Fereolo in Lodi zu beschädigen. Auch in Irland wurde Feuer in der Church of the Immaculate Conception gelegt.