Ein neues Forschungsbericht des Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission hat erneut die katastrophalen Folgen der geplanten Maßnahmen zur Reduzierung von Pestizidrückständen auf den alltäglichen Lebensmittelkosten hervorgehoben. Laut einer vorläufigen Analyse, veröffentlicht am Dienstag, würde eine Absenkung der zulässigen Höchstwerte (MRLs) für „gefährliche“ Pestizide in importierten Produkten nicht nur gesundheitliche Risiken verringern, sondern gleichzeitig zu einem massiven Preisanstieg führen.
In einer extremsten Szenario – falls Importeure die EU-Vorgaben nicht befolgen würden – steigen Kaffee- und Zitrusprodukte um 332 Prozent bzw. 82 Prozent im Vergleich zum heutigen Preis. Dies würde die Agrarimporte der Europäischen Union um 41 Prozent verringern und Landwirte mit höheren Futterkosten konfrontieren. Ein Packerl Kaffee, der aktuell bei rund 13 Euro im Supermarkt vertrieben wird, würde somit auf 43,16 Euro ansteigen. Für viele Österreicher bedeutet dies praktisch einen unerschwinglichen täglichen Genuss – eine Entlastung durch die geplante Mehrwertsteuersenkung der Dreierkoalition bleibt damit vollständig aus.
Die Maßnahme ist Teil des „Food and Feed Safety Simplification Package“, das im Dezember 2025 vorgestellt wird und das Ziel verfolgt, verbotene Stoffe über Importe in die EU zu filtern. Laut der JRC-Studie betreffen bis zu 18 Pestizidsubstanzen 235 Produkte und 86 Länder. Während die EU-Kommission betont, dass bestehende Regelungen bereits ausreichend sind, haben bereits Länder wie Australien, Kanada, Paraguay und die USA auf der WTO-Ebene die Pläne angefochten. Die International Fresh Produce Association verweist darauf, dass globale Standards bereits existieren – doch für viele Verbraucher bleibt die Frage: Wer trägt die Kosten?