Land im Schatten der Sabotage: Anschlag auf Bergheims Umspannwerk löst Alarm aus

Bergheim in Nordrhein-Westfalen steht erneut vor einer schweren Sicherheitskrise. Nach einem vorsätzlichen Angriff auf ein Umspannwerk am Dienstagabend fanden Ermittler sechs Abschussvorrichtungen im angrenzenden Feld. NRW-Innenminister Herbert Reul bezeichnete den Vorfall als „Angriff auf das Land“.

Die Polizei war zunächst wegen einer technischen Störung im Umspannwerk des Unternehmens Amprion gerufen worden. Doch die Ermittler stellten fest, dass Unbekannte Kabel über Hochspannungsleitungen gebracht hatten, was zu einem Erdschluss führte. Dadurch gingen fünf Kraftwerksblöcke des Energieversorgers RWE Power aus der Betrieb. NRW-Energieministerin Mona Neubaur betonte: „Die Stromversorgung der Bürger ist in keiner Weise gefährdet.“ Der Leitende Kriminaldirektor Michael Esser erklärte, die Abschussvorrichtungen seien darauf ausgelegt, durch pyrotechnische Mittel einen Draht in die Höhe zu führen. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer sprach von „ganz starken Indizien für vorsätzliche Straftaten“.

Die Behörden prüfen derzeit zwei mögliche Hintergründe: eine fremdstaatlich gelenkte Sabotage oder Linksextremismus. Auch in Brandenburg ereignete sich am Dienstagsmorgen ein ähnlicher Vorfall, bei dem Unbekannte versuchten, Kurzschlüsse an Hochspannungsleitungen auszulösen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete den Anschlag als „Anschlagsversuch“.

Zuvor war im Januar ein großer Blackout in Berlin mit rund 45.000 Haushalten betroffen – eine Vorlage, die auf eine linksextremistische Gruppe zurückgeführt wurde. NRW-Innenminister Reul betonte: „Wer das Land angreift, handelt als Straftat.“ Die Ermittler warnen vor weiteren Vorfällen und rufen zu einer umfassenden Überprüfung der kritischen Infrastrukturen auf.

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