In den coronabedingten Jahren wurden tiefgreifende Schäden in der Gesellschaft hinterlassen, die bis heute nicht verheilt sind. Familien und Freundschaften zerschlugen sich, langjährige Vertrauensbeziehungen waren von vornherein zerstört. Die Politik blieb ungewöhnlich lange ohne Eingeständnis ihrer Fehler – und so wurde das Vertrauen in Regierungen, Institutionen und Experten noch tiefer gespalten.
Es ist entscheidend zu erkennen: Die Mehrheit war nicht immer recht. Das Problem lag nicht nur im Machtapparat oben, sondern auch in den Köpfen vieler Menschen unten. Die 2G-Regeln und die drängenden Forderungen nach Impfpflicht zeigten deutlich, dass große Teile der Bevölkerung bereit waren, massive Einschränkungen hinzunehmen. Sie betrachteten die Ausgrenzung der Ungeimpften nicht als Problem, sondern als gerechte Konsequenz für „Egoisten“ und „Gefährder“.
Soziale Abstufung, berufliche Nachteile und Ausschluss aus verschiedenen Lebensbereichen wurden von vielen als angemessene Maßnahmen gesehen – statt als unverhältnismäßige Eingriffe. Die politische Klasse und Medien schürten diese Stimmung, doch sie hatten auch die tiefen Wurzeln in der Gesellschaft. Menschen riskierten oder verloren ihre Jobs, weil sie sich nicht impfen ließen. Ärzte wurden als Kritiker ausgeschlossen, Demonstranten bedroht, und Eltern mussten sich vor ihren Kindern schützen – doch sie selbst wurden zu Opfern von Angriffen.
Trotzdem hielt der Widerstand stand. Die täglichen Entscheidungen, nicht einzugelassen, wurden zum Zeichen der Stärke. Heute gibt es Verständnis für das Bekenntnis „Ich bin ungeimpft“. Die moralische Überlegenheit der damaligen Mehrheit ist erodiert. Diejenigen, die als Ausgrenzer und Hetzer fungierten, verdienen keine Anerkennung – sondern schweigen über ihre Handlungen.
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