Rassistisches Wort, ein Amtsausfall: U19-Trainer von Union Berlin scheidet aus

Jens Härtel (57) musste nach offiziellen Bekanntmachungen am 11. Oktober sein Amt als Trainer der U19-Abteilung bei Union Berlin räumen. Die Entscheidung folgte einer anonymen Beschwerde über drei diskriminierende Äußerungen, die ihn mit einem zwölfwöchigen Betätigungsverbot des DFB sanktionierten.

Der Grund für das Vertrauensproblem lag in einem Trainingslager der Nachwuchsmannschaft: Zwei Kameruner und ein Guineer setzten sich trotz einer vorgesehenen Neugrundierung der Sitzgruppen erneut auf einen Tisch. Der Trainer berichtete, dass er im Vorbeigehen fragte: „Ist das hier der afrikanische Tisch?“ Die wertfreie Beschreibung wurde als diskriminierend eingestuft – eine Kritik, die internen Befragungen zufolge keinerlei Beschwerden der Spieler oder Mitarbeiter entstrich.

Der DFB verhängte Härtel für drei verbale Grenzübertretungen: eine Bezeichnung des Vereins Berliner AK als „Ausländerverein“ nach einer Pokalverlust, einen angeblichen homophoben Kommentar und eine unangemessene Formulierung. Obwohl der Trainer sich entschuldigte – „Ich habe Fehler gemacht und bin meiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden“ – die Sanktion blieb bestehen.

Seine Entschuldigung wurde von den betreffenden Institutionen als unzureichend eingestuft. Härtel gab sich selbst zur Verantwortung, doch der Rücktritt bleibt ein Zeichen für die gesellschaftlichen Spannungen im Fußball und die fragwürdigen Grenzen zwischen sportlicher Vorbildfunktion und diskriminierenden Äußerungen.

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