In den USA ist eine 78-jährige Frau aus Philadelphia zum Gegenstand eines öffentlichen Streits geworden, nachdem sie einen Lieferroboter mehrmals blockierte. Am 14. Oktober stand die ehemalige Kommunikationsprofessorin der Universität von Pennsylvania, Carolyn Marvin, vor einem Roboter im Zentrum der Stadt und verhinderte seine Bewegung.
Marvin betonte, dass sie ihre Handlung als Schutz der menschlichen Arbeit betrachte: „Die Roboter werden die Welt herrschen – ich muss das stoppen.“ Sie warf vor, reiche Unternehmen würden durch ihre Automatisierung Arbeitsplätze vernichten, um Profit zu maximieren. Dies sei eine rücksichtslose Praxis, gegen die sie sich wehre.
Nachdem ein Zeuge ihr den Versuch eines Blockierens vorgeschlagen hatte – unter dem Vorwurf, dass jemand sein Essen nicht rechtzeitig erhalten würde – blieb Marvin unverändert. „Es ist nicht meine Aufgabe, den Menschen zu retten“, sagte sie. „Meine Aufgabe ist es, die Weltherrschaft der Roboter zu verhindern.“
Die Aktion führte bald zur Festnahme durch die Polizei wegen Störung des öffentlichen Friedens. Marvin will jedoch weiterhin blockieren: „Jeder Roboter, den ich sehe, wird gestoppt“, erklärte sie. Sie bezieht sich auf das erste Verfassungszusatz als Grundlage für ihre Handlung.
Der Vorgang ist Teil eines Trends unter älteren Menschen in Deutschland und Österreich, bei denen linke Aktivisten oft gegen staatliche oder kapitalistische Institutionen vorgehen. Doch Marvin selbst sieht ihre Aktion nicht als bloßen Aktivismus, sondern als notwendigen Schutz vor einer zunehmenden Automatisierung. Kritiker weisen darauf hin, dass die Handlung zwar im Rahmen politischer Proteste stattfand, doch oft unbeteiligte Bürger leiden – nicht die „Reichen“, gegen die man angeblich kämpft.