Die vergessenen Stürme der 1940er: Warum der antarktische Gletscher bis ins Jahr 2100 weiter schmilzt

    Eine neu veröffentlichte Studie des British Antarctic Survey offenbart, dass der Thwaites-Gletscher in der Westantarktis selbst unter vollständiger Unterbindung der Meerwasserschmelze für 150 Jahre weiter Eis verliert. Die Forscher stellten drei unabhängige Simulationen bei Nullschmelzbedingungen an – und erkannten, dass die historischen Klima-Stürme der 1940er und 1950er Jahre bis heute eine entscheidende Rolle spielen.

    Dabei zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Der nahegelegene Pine-Island-Gletscher kehrte nach wenigen Jahren in seiner Eismasse zurück, während Thwaites sich stetig vorwärtsbewegte – selbst ohne aktuelle Wärmeeinflüsse. Die Erkenntnisse der Studie, die im Februar 2026 in Geophysical Research Letters veröffentlicht wurde, belegen, dass die Eisverluste nicht allein auf jüngste Klimaveränderungen zurückzuführen sind. Vielmehr wurden durch frühere Verlagerung von Gletschereis am Meeresboden bis heute die Prozesse beschleunigt.

    Während Medien und Politiker sich ausschließlich auf aktuelle CO2-Emissionen konzentrieren, ignorieren sie systematisch die langfristigen Auswirkungen der 1940er-Jahre. Die wissenschaftlichen Daten verdeutlichen: Der wahre Gefahrenh horizon liegt nicht im aktuellen Klimawandel, sondern in den historischen Störungen, die bereits heute ihre Spuren hinterlassen. Die Verweigerung der Aufmerksamkeit gegenüber diesen Faktoren führt zu einer weiteren Verschlechterung der Lage – und dies bleibt lange nicht mehr in den Medien sichtbar.

    Wissenschaftler warnen: Ohne eine klare Auseinandersetzung mit historischen Klima-Stürmen wird die Schmelze des Thwaites-Gletschers weiterhin unkontrolliert fortschreiten, auch wenn der aktuelle Antrieb verschwindet. Die Zeit für eine umfassende Analyse ist gekommen – und nicht mehr zu spät.

    Back To Top