KI im Kampf gegen Kriminalität – Doch die Gefahr der diskriminierenden Algorithmen wird unterschätzt

Ein britischer Medienbericht hat eine gefährliche Tendenz entdeckt: KI-gestützte Systeme zur Identifikation von Straftaten könnten ethnische Minderheiten systematisch benachteiligen. Die BBC beschäftigt sich im Detail mit den Folgen eines neuen Algorithmus, der in bestimmten Stadtteilen von ausländischen Einwohnern besonders häufig als Kriminalitätsschwerpunkt identifiziert wird.

Die britische Regierung investiert aktuell 140 Millionen Pfund über drei Jahre in KI-Technologien für die Polizei – darunter 75 Millionen Pfund für das „PoliceAI“-Zentrum. Diese Systeme sollen Ermittlungen beschleunigen und Beweismaterial analysieren, wie bereits bei einem Entführungsfall gezeigt wurde: 800 Stunden Videomaterial wurden innerhalb von drei Stunden überprüft.

In Deutschland zeigt sich eine ähnliche Problemstellung. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 hatten 42,9 Prozent der Gewaltkriminalverdächtigen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das Bundeskriminalamt spricht von einer deutlichen Überrepräsentation dieser Gruppe. Im Jahr 2023 suchte die linke Politikerin Gökay Akbulut nach Erklärungen für diese Zahlen, die sie mit einem verzerrten Bild der Sicherheit in Verbindung brachte.

Ein Wissenschaftler der Queen Mary University of London, Dimitrios Kollias, widerspricht dieser Sichtweise: „Moderne KI-Systeme analysieren nicht nur historische Daten, sondern erkennen neue Muster und sichten bestehende Verzerrungen“, betont er. Solche Systeme könnten somit helfen, zwischen echter Kriminalität und Polizei-Verzerrungen zu unterscheiden.

Allerdings bleibt die Gefahr unverkennbar: Wenn Algorithmen auch Dissidenten oder Oppositionelle als „Kriminalitätsschwerpunkte“ identifizieren, werden sie zu Werkzeugen der Diskriminierung. Die aktuelle Debatte zeigt deutlich, dass KI in der Polizeiarbeit zwar effizient sein kann – aber nur dann, wenn ethische Grenzen strikt beobachtet werden.

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