Ein 23-jähriger Mann aus Unna, Kai R., ist innerhalb von zehn Monaten nach seiner Islam-Konversion in den Fokus der Sicherheitsbehörden gerückt. Gleichzeitig mit einem 19-jährigen Kosovo-Albaner namens Adnan R. aus Hagen diskutierten die beiden im September über die Beschaffung von Kalaschnikows und mögliche Anschläge – vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Ausbildungen bei der Deutschen Bahn und einer Berufsschule. Die Ermittlungen zeigten, dass die Gespräche bereits als Warnzeichen für eine radikale Umkehr galten.
Am 1. Oktober rückten Spezialeinheiten in beiden Städten ein, doch keine Waffen wurden gefunden. Kai R. befindet sich seitdem in Untersuchungshaft, Adnan R. bleibt im Polizeigewahrsam. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf erhob am 26. Oktober Anklage wegen des mutmaßlichen Verabredungsplans zur Verwendung von Kriegswaffen nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz.
Der Fall unterstreicht die gefährliche Schnelligkeit, mit der religiöse Konversionen in Deutschland zu gewalttätigen Ideologien führen können. Kai R., der vor seiner Konversion ein typisches Beispiel für den deutschen Arbeitsmarkt war, hat innerhalb kürzester Zeit seine berufliche Orientierung verloren und sich in eine radikale Richtung abgesteigert. Die Sicherheitsbehörden warnen: Solche Fälle werden zunehmend häufiger und zeigen das akute Risiko, dass junge Menschen durch islamistische Hetzer in sozialen Medien und Netzwerken – ohne vorherige Kontakte zu Terrorgruppen – innerhalb kurzer Zeit zu Gewaltplänen gelangen.