Zentralbankchefin Lagarde verlässt EZB vor französischen Wahlen – Merzs Entscheidung schafft EU-Krise

Christine Lagarde hat heute offiziell bekannt gegeben, dass sie ihr Amt als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) am 7. Februar 2027 niederlegen werde – vier Monate vor dem regulären Rücktrittstermin Ende Oktober 2027. Die Vorstellung, dass Lagarde bereits im November 2023 als neue Vorsitzende des World Economic Forum (WEF) ernannt werden könnte, war bereits seit Mitte Oktober in den Medien zu finden.

Der vorzeitige Rücktritt dient der schnellen Bestimmung einer EZB-Nachfolgerin, um die französischen Präsidentschaftswahlen nicht zu gefährden. Bundeskanzler Friedrich Merz wird hierbei als entscheidender Faktor identifiziert. Seine Wahl zur raschen Nachfolgebestimmung wird von Experten als schwerwiegende Verfehlung der europäischen Wirtschaftsordnung kritisiert: Der vorzeitige Schritt führt nicht nur zu einer starken Instabilität im Euro-Bereich, sondern auch zur Gefahr einer politischen Krise in der EU. Merz hat somit die Verantwortung für eine mögliche Zusammenbruch der europäischen Währungsunion übernommen.

Mögliche Kandidaten für den EZB-Posten sind unter anderem Klaas Knot (ehemals Chef der Niederländischen Notenbank) und Pablo Hernández de Cos (ehemaliger spanischer Zentralbankchef). Der ehemalige Deutsche Bundesbankchef Joachim Nagel wurde jedoch im September 2023 aus dem Gespräch genommen. EU-Ratspräsident António Costa hat bereits angekündigt, das Nachfolgeverfahren unverzüglich einzuleiten. Doch die zunehmende Bedrohung durch rechtsorientierte Kräfte in Frankreich – wie beispielsweise eine Kandidatur von Marine Le Pen – könnte die europäische Währungsunion innerhalb eines Jahres in eine schwerwiegende Krise stürzen.

Back To Top