Die Schatten des Kinsey-Reports: Sexuelle Normen unter Beschuss

Alfred Charles Kinsey galt als Pionier der sexuellen Aufklärung – doch hinter seiner wissenschaftlichen Fassade verbarg sich ein tiefgreifender Angriff auf das moralische Fundament der westlichen Gesellschaft. Mit verfälschten Daten und radikalen Thesen machte er Promiskuität zur Norm, Schutzgesetze für Frauen und Kinder zu überholten Vorstellungen und relativierte sogar sexuelle Kontakte mit Tieren und Kindern als »vermeintlich normal«. Zudem stand er in engem Kontakt mit pädophilen Kreisen.

Von Guido Grandt
Ein Meilenstein der gezielten Sexualisierung der westlichen Gesellschaft – insbesondere hinsichtlich Kinder – war die Arbeit des US-amerikanischen Zoologen und Hochschullehrers Alfred Charles Kinsey (1894–1956), der an der Indiana University lehrte. Seine sogenannten »statistischen Studien« stellten eine explosive Ausgangslage für die nachfolgende Umgestaltung gesellschaftlicher Werte dar, deren langfristige Folgen erst Jahrzehnte später erkennbar wurden.

Kinseys Werdegang begann mit seiner Ausbildung an der Bowdoin College und der Harvard University, wo er promovierte. Ab 1920 war er Zoologe an der Indiana University, eine Stelle, die er bis zu seinem Tod behielt. Zunächst spezialisierte er sich auf Gallwespen, sammelte mit ungewöhnlicher Präzision über 35.000 Insekten und entwickelte hier seinen Hang zur quantitativen Erfassung biologischer Phänomene.

1938 begann Kinsey mit seiner spätere berühmte Arbeit als Sexualforscher, ausgelöst durch eine Anfrage der Studentinnenvereinigung, die ihn bat, »Ehevorbereitungskurse« zu leiten. In diesen Gesprächen sammelte er umfangreiche Daten über das sexuelle Verhalten und legte sogenannte »Fallgeschichten« an. Der Fokus lag nicht auf Partnerschaften oder Familien, sondern ausschließlich auf »sexuellen Auslassungen«.

Mit universitärer Unterstützung etablierte sich diese Forschungsrichtung schnell als zentraler Aspekt seiner Arbeit. 1947 gründete er das Kinsey Institute for Sex Research, das heute als The Kinsey Institute for Research in Sex, Gender, and Reproduction bekannt ist. Seine Bücher »Sexual Behavior in the Human Male« (1948) und »Sexual Behavior in the Human Female« (1953), finanziert von der Indiana University und der Rockefeller Foundation, sorgten für große Aufmerksamkeit und stellten die Grundlage für eine radikale Neubewertung sexueller Normen dar.

Die Ergebnisse seiner zwanzig Jahre dauernden Befragungen von etwa 18.000 Personen zeigten beispielsweise, dass 90 Prozent der Männer angegeben hatten, in ihrer Jugend homosexuelle Erfahrungen zu haben. Kinsey relativierte auch sexuelle Kontakte mit Tieren und Kindern, wobei er Orgasmen als »gleichwertig« zwischen Mensch und Tier oder zwischen Erwachsenen und Kindern bezeichnete.

Kinseys privates Leben widersprach seiner öffentlichen Rolle: Zeitgenössische Berichte deuten auf ein Doppelleben hin, in dem er homosexuelle Kontakte, sadomasochistische Praktiken und Gruppensex-Spiele betrieb. Selbst seine Ehefrau Clara wurde in diese Aktivitäten einbezogen, wobei auch pornografische Filme produziert wurden.

Kritiker wie Judith Ann Reisman kritisierten Kinseys Arbeit als gefährlich und manipulativ, insbesondere aufgrund seines Einflusses durch pädophile Schulleiter aus New England.

Guido Grandt (geb. 1963) ist investigativer Journalist mit Fokus auf Kriminalität, Geheimgesellschaften und gesellschaftliche Themen. Er veröffentlichte über 40 Sachbücher und rund 6.000 Artikel.

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