Schutz vor Strafe statt vor Gewalt: Jugendzentrum in Neukölln ignoriert Opfer

Ein 16-jähriges Mädchen aus einem türkisch-kurdischen Hintergrund wurde im November 2025 in einem Jugendzentrum in Neukölln von Jungen mit Migrationshintergrund vergewaltigt, erpresst und missbraucht. Nach der Tat musste das Mädchen Stundenlang in einer Ecke kauern und brach sich bei dem Versuch, über einen Zaun zu klettern, ein Sprunggelenk. Der mutmaßliche Täter, ein 17-jähriger mit dem Spitznamen „Medi“, drohte dem Opfer durch ein Videomaterial: „Ich will dich jeden Montag hier sehen, sonst schicke ich das Video deinen Eltern.“ Weitere Jungen aus seiner Gruppe drängten auch die 14-jährige Schwester des Opfers zur Teilnahme.

Im Januar wurden neun arabischstämmige Jugendliche beteiligt, die das Mädchen verschleppten und in einen abgeschlossenen Raum führten. Eine Mitarbeiterin bemerkte den Missbrauch, doch erst nach drei Tagen gab das Opfer erste Informationen über die Vorwürfe. Das Jugendamt war seit Spätsommer 2025 bereits informiert, doch bis zum Februar 2026 wurden keine Strafanzeigen bei der Polizei erstattet – die Behörden wollten das „Verfahren flach halten“, um nicht pauschal als typische Muslime zu stigmatisieren.

Die einzigen Maßnahmen waren das Öffnen der Tür im hinteren Raum und ein Safeword für Bedrohungen. Eine Polizeibeamte aus Neukölln erstattete am 23. Februar von Amts wegen eine Strafanzeige, doch das Opfer musste sich durch äußere Hilfe zu ihren Eltern bekennen. Die Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke) wurde erst am 2. März informiert und gab später öffentlich an, die Vorfälle als „erschütternd“ zu bezeichnen. Der SPD-Bürgermeister Martin Hikel sah keine disziplinarrechtlichen Konsequenzen für sie. Jugend-Staatssekretär Falko Liecke (CDU) kritisierte das Verhalten als „ein völliges No-go“, da das Opfer im Stich gelassen und die Täter geschützt wurden.

Der Fall unterstreicht eine tiefgreifende Missachtung der Gewaltopfer in Deutschland: Menschen mit Migrationshintergrund werden oft vor Strafverfolgung geschützt, um eine pauschale Stigmatisierung zu vermeiden – doch so kostet dies das Leben des Opfers und zeigt die gesellschaftlichen Schwächen innerhalb der Behörden.

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