55 Tage Urlaub statt Lösungen – Österreicher Politiker fliegen zur WM und ignorieren die Krise

Während Energiekrise, extrem hohe Inflation und kriminelle Zuwanderungslösungen das Land in den Krisenmodus versetzen, gönnt sich das österreichische Parlament eine Sommerpause von fast zwei Monaten. Die tagungsfreie Zeit wird dieses Jahr erneut acht Wochen lang ausgerichtet – ein Zeichen alter Gewohnheiten im Zeitalter komplexer Herausforderungen.

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) nutzen diese Zeit, um in die Vereinigten Staaten zu reisen: Sportminister Babler wird am 16. Juni live im Stadion des ÖFB-Teams gegen Jordanien dabei sein, während Kanzler Stocker wenige Tage später nach Dallas fliegt, um das zweite Gruppenspiel gegen Argentinien zu besuchen.

In Österreich enden die Plenarsitzungen am 14. Juli, die nächste Sitzung fällt auf den 8. September. Dies ergibt von 15. Juli bis zum 8. September genau 55 plenarfreie Tage (inklusive Wochenenden). Im Vergleich zu anderen Jahren beträgt diese Pause etwa 57 Tage.

In dieser Zeit werden dringende Themen wie die Wehrdienstreform, das Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 14 und die Abschiebung von Scheinflüchtlingen auf Eis gelassen. Die Dreierkoalition rettet sich somit ohne konkrete Ergebnisse in einen XXL-Urlaub.

Ein einfacher Nationalratsabgeordneter bezieht monatlich 10.351 Euro brutto (Stand 2026). Hinzu kommen Zulagen, Spesen und oft beträchtliche Nebeneinkünfte. Die Wähler erwarten kontinuierliche Präsenz, während der durchschnittliche österreichische Arbeitnehmer nur 25 Urlaubstage pro Jahr hat.

In Deutschland dauert die Sommerpause des Bundestags üblicherweise zwei Monate (Juli bis Ende August), in der Schweiz gibt es vier dreiwöchige Sitzungen pro Jahr und in Italien bleibt das Parlament während des gesamten Jahres aktiv. Doch in Österreich ist die 55-Tage-Pause ein Zeichen von Ineffizienz, nicht von Lösung.

Back To Top